32-Jähriger zu Freiheitsstrafe verurteilt

Sex-Attacke und Prügel im Alkohol-Nebel

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Nach einer blutigen Prügelei mit seiner Ex-Freundin verurteilte das Schöffengericht in Bad Hersfeld gestern einen 32 Jahre alten Arbeiter wegen Körperverletzung in zwei Fällen und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr.

Der Versuch einer Vergewaltigung der 34-Jährigen wurde zwar von Richter Michael Krusche in der Urteilsbegründung festgestellt, aber er wurde nicht bestraft, weil der Angeklagte schließlich von der Frau abgelassen hatte. Die Verbüßung der Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Die Gewalttat hatte sich am 14. Februar vergangenen Jahres nahe der Obdachlosenunterkunft Wassermannseck nach vorausgegangenen alkoholischen Exzessen abgespielt. Das Motiv für Schläge, Würgen, Beleidigungen („Nutte, Hure“) und die Sex-Attacke durch Herunterziehen der Hose und die Ankündigung, die Frau zum Analverkehr zu zwingen, ist laut der Anklage von Staatsanwältin Lambiel Eifersucht gewesen.

Sowohl Täter wie Opfer standen zur Tatzeit gegen 19.50 Uhr erheblich unter Alkohol: er mit etwa 2,35 Promille, sie mit mindestens 1,6. Zudem hatten beide Betäubungsmittel konsumiert. Ein Gutachter sah Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Angeklagten dennoch nicht eingeschränkt.

Der Hersfelder räumte die Auseinandersetzung ein, bestritt jedoch einen Großteil der Gewalt und den sexuellen Aspekt („Meine Hose war zu groß und ist heruntergerutscht“). Die im Klinikum gefertigten Fotos seines Opfers sprachen jedoch eine andere Sprache: Blut, Hämatome und Schwellungen bestätigten die Aussage der Hersfelderin, die der Gewalt über mehrere Minuten ausgesetzt war, sich dann zur Straße retten und Autofahrer auf sich aufmerksam machen konnte.

Das Urteil lag noch zwei Monate über dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Jochen Kreissl hatte Freispruch gefordert, weil er die Glaubwürdigkeit der Zeugin bezweifelte.   (ks)

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