Karl Schönholtz über das Leid der Bahnfahrer

Service ein Fremdwort

Wer mit der Bahn fährt, muss leidensfähig sein. Von überfüllten Zügen, Verspätungen und verpassten Anschlüssen kann jeder ein Liedchen singen. Doch es geht noch besser, wie das Beispiel des Bad Hersfelder Bahnhofs zeigt. Dort fährt über Ostern kein einziger Zug ab, es kommt auch keiner an. Diese kleine Misslichkeit bekannt zu geben, hielt offenbar niemand für erforderlich. Keine Pressemitteilungen, keine Aushänge. Stattdessen bis vor wenige Wochen Reiseauskünfte, die jetzt nicht mehr stimmen. Erst auf Nachfragen unserer Zeitung gab es die entsprechenden Informationen. Für die Dienstleister Deutsche Bahn und Nordhessischer Verkehrsverbund scheint der Begriff Service mitunter ein Fremdwort zu sein. Nur die freundlichen Mitarbeiter im Reisezentrum des Hersfelder Bahnhofs bemühten sich bei ihren Kunden um Schadensbegrenzung. In Bebra gibt es seit vorgestern nicht einmal mehr diese Möglichkeit: Dort wurde der privat betriebene Fahrkartenverkauf eingestellt, weil man sich nicht über eine Weiterführung einigen konnte.

ks@hersfelder-zeitung.de

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