Heimische Hobby-Forscher entdeckten ultra-rare Lebensspur

Sensationeller Fund im Kupferschiefer

Hersfeld-Rotenburg. Im Kupferschiefer des Richelsdorfer Gebirges haben heimische Hobby-Forscher eine sensationelle Entdeckung gemacht: Die von Stein umhüllte Lebensspur eines Muscheltierchens, das vor etwa 250 Millionen Jahren im Paläozän lebte, ist ein ultra-rares Fundstück, denn weltweit existieren nur zwei weitere vergleichbare Funde aus den USA und Venezuela.

Klaus Hochberger aus Bad Hersfeld, der schon seit 36 Jahren im Richelsdorfer Kupferschiefer unterwegs ist und dort bereits zahlreiche Fossilien von Fischen, Pflanzen und Kopffüßlern zu Tage gefördert hat, verdankt seine jüngste Entdeckung gleich mehreren Zufällen.

Zum einen war er 2009 zum ersten Mal mit seinem Freund und Paläontologie--Neuling Werner Humburg unterwegs, als ihnen auf einer alten Kupferschieferhalde bei Bauhaus nahe Nentershausen eine etwa 30 Zentimeter lange Platte unter die Spitzhacke kam, auf der sie nach der Aufspaltung in eine Positiv- und eine Negativhälfte eine Form erblickten, die sie zunächst für einen Haistachel oder einen Koniferenzweig hielten.

Die erste genauere wissenschaftliche Untersuchung sprach für eine sogenannte Gesteinsverbiegung, also für einen Kupferschiefer-“Stachel“ im Kupferschiefer. Auch dies wäre für den nordhessischen Fundort schon eine Sensation gewesen.

Dann jedoch kam Zufall Nummer zwei: Als Hochberger das zurückgesandte Fundstück auspackte, brach ein Stück des „Stachels“ ab und legte das Innere eines Grabganges frei, in dem Uchirites triangularis, jenes Muscheltierchen also, sein sauerstoffloses Leben gelebt und dabei einen Gang gegraben haben muss.

Das ergab jetzt die erneute Untersuchung durch den renommierten Paläontologen Dr. Jürgen Fichter aus Kassel. Die Wissenschaftler selbst sprechen bei solchen Entdeckungen übrigens nicht von „Sensation“, sondern bescheiden von einem „Erstnachweis“.  hintergrund/zum Tage

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