Rentner aus dem Schlippental haben die Freudensteinshütte freiwillig repariert

Selbst sind die Senioren

Heinrich Hildebrand ist mit 86 Jahren der älteste Helfer und setzt sich für die Renovierung der Hütte ein. Fotos: Scholz

Bad Hersfeld. Eines Tages machte sich der 84-jährige Hans Feick auf, um mit seiner Tochter einen Spaziergang auf dem Frauenberg zu machen. Dabei kam er an der Freudensteinshütte vorbei, in der er schon als Kind gespielt hatte. Jedoch sah das Holzbalkenhüttchen gar nicht mehr so aus, wie er es in Erinnerung hatte.

Balken waren herausgerissen worden, um offensichtlich gemütliche Lagerfeuer im Hütteninnern zu zelebrieren. „Daraufhin habe ich das Forstamt, den Bürgermeister Thomas Fehling und den Magistrat über die bestehende Brandgefahr und meine Pläne, die Hütte wieder instand zu setzen, informiert“, so Feick.

Denn der Entschluss, die Hütte wieder im Glanz der alten Tage erstrahlen zu lassen war schnell gefallen, und auch an Mitstreitern fehlte es nicht lange. Es fanden sich bald vier berentete, motivierte Männer seines Alters aus der Nachbarschaft, dem Schlippental.

Mit seinem neugewonnenen Handwerkerteam bestehend aus Walter Koch, Fritz Habermehl, Karl-Heinz Hofmann und dem mit 86 Jahren ältesten unter ihnen, Heinrich Hildebrand, fing Feick Ende August dieses Jahres an, den Hammer zu schwingen.

Da die Männer so eifrig ans Werk gingen, konnten sie die Mission Hüttenrenovierung Anfang dieser Woche abschließen. Seitdem kann sie wieder für Rast und Feiern genutzt werden. „Wir sind wirklich froh, dass wir es gemacht haben“, erzählt Feick freudestrahlend. Er hofft sehr, dass nun, da die Hütte wieder repariert wurde, rücksichtsvoller mit ihr umgegangen wird und sie noch lange erhalten bleibt.

Neuer Anstrich

Die Materialien für die Instandsetzung und ein Schild, auf dem über den Namen und die Entstehung der Hütte informiert wird, hat er gerne aus eigener Tasche gezahlt. Nächstes Jahr wird noch ein neuer Anstrich vorgenommen, für den die Stadt Bad Hersfeld die Farbe stellen wird.

Ebenso wird die Einweihung nächstes Jahr groß gefeiert, sobald das Wetter wieder schön ist. Die Martinskirche wird einen ökumenischen Gottesdienst veranstalten, und „ich fände es schön, wenn dann auch ein Posaunenchor spielt“, meint Feick.

Die Freudensteinshütte wurde vor etwa 80 Jahren vom Hersfelder Pfarrer Simon Erich Freundenstein in Zusammenarbeit mit jugendlichen Arbeitslosen aus dem Pfarrbezirk Hersfeld West errichtet, wie Feick durch Nachforschungen im Stadt- und Kirchenarchiv erfuhr.

Von Vanessa Scholz

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