Im Bad Hersfelder Stadtteil feiern die Sorgaer Karnevalisten ein Dreifach-Jubiläum – Los geht’s am Weiberfastnachtsabend

Seit 175 Jubeljahren wird gehummelt

Narren bestürmen das altehrwürdige Bad Hersfelder Rathaus: 1986 lassen es sich der Elferrat, die Hofgarde und die in voller Schönheit angetretenen „Bläähboys“ nicht nehmen, das Bürgermeisteramt zu belagern und Herrschfeller und Hergeloffene mit einem tollen Auftritt zu erfreuen. Repro: Apel

Sorga. Noch sechs Tage - dann beginnt im närrischsten Bad Hersfelder Stadtteil der Karneval. In diesem Jahr besonders „jeck“, denn die „Särcher“ feiern ein außergewöhnliches Jubiläum.

Auf sein 100-jähriges Bestehen kann der TSV Sorga, der von Anfang an Träger des tollen Treibens ist, zurückblicken. Seit 1964, und damit seit 50 Jahren, feiern die Sorgaer Karneval. Und seit 25 Jahren lassen die „Särcher Wieber“ die Puppen tanzen, so dass das diesjährige Karnevalsmotto lautet: „25, 50, 100 Jahr - das feiern wir Särcher, das ist doch klar!“

Sucht seinesgleichen

Los geht’s am Donnerstagabend, 27. Februar, 20.11 Uhr, mit der Weiberfastnacht. Wer Petra Schuster alias Eulalia, eine der Symbolfiguren des Sorgaer Karnevals, Funkenmariechen Kim Gerlach und Sitzungspräsidentin Elke Hildebrand kennt, weiß, was auf die Besucherinnen zukommt. Wie drückt es Reiner „Haggy“ Hagemann, das männliche Urgestein des Sorgaer Karnevals, aus: „Das, was bei uns abgeht, sucht seinesgleichen! Zu uns kommen Gruppen aus dem ganzen Kreis. Wer wann auftritt, entscheidet sich einen Abend vorher!“

Nur in Frauenkleidern

Und Kira Maulitz, die junge 1. Vorsitzende der Abteilung Karneval des TSV, ergänzt: „Männer haben nur in Frauenkleidern Zutritt!“ Das ist schon immer so, seit Christa Zboron und Gertrud Hildebrand die Weiberfastnacht 1989 aus der Taufe gehoben haben.

Der nächste Höhepunkt steht am Samstagabend, 1. März, ebenfalls 20.11 Uhr, an, an dem die große Jubiläumskarnevalssitzung über die Bühne geht. Wie schon im vergangenen Jahr lassen es die Sorgaer wieder ganz locker und ohne Elferrat angehen: „Haggy“ und „Harry“ Michael Herlitze präsentieren ein abwechslungsreiches Programm, das alles abdeckt, was das Karnevalsherz begehrt. Für musikalische Überraschungen sorgt Laurenz Wenk, der einmal mehr mit seinem Saxophon begeistern wird. Darüber hinaus ist das „Duo Malibu“ im Einsatz. Es ist zum 15. Mal dabei und wird bei allen Veranstaltungen alle Register ziehen, um das Bürgerhaus in ein Tollhaus zu verwandeln.

Für Kinder gemacht

Der Kinderfasching beginnt am Sonntagnachmittag, 2. März, 14.11 Uhr. Er wird von Kindern für Kinder gemacht, und zu den Höhepunkten zählen die Auftritte der Kinder- und der von den TSV-Verantwortlichen mit wunderbaren neuen Kostümen ausgestatteten Jugendgarde. Die beiden Gruppen, für die seit über 15 Jahren vor allem Petra Schaub im Einsatz ist, sind mit der Hofgarde eines der Aushängeschilder der karnevalsbegeisterten „Hummeln“, die sofort nach Beendigung einer jeden Kampagne mit der Vorbereitung der nächsten beginnen. Was nichts anderes bedeutet, als dass spätestens ab September intensiv geprobt wird. Das gilt in gewisser Hinsicht sogar für Eulalia, die dafür bekannt ist, dass sie ihren Vortrag „auf der Hand“ stehen hat.

Wie Reiner Hagemann und Kira Maulitz betonen, soll die Jubiläumssitzung ein großes Dankeschön an all diejenigen sein, die dem Sorgaer Karneval über Jahre hinweg die Treue halten und die ihn finanziell unterstützen. Deshalb kann sich jeder, der noch ein Kostüm benötigt, an den TSV wenden und sich im TSV-Kostüm-Fundus etwas Passendes ausleihen. Schließlich soll jeder die Möglichkeit haben, bei den von etwa 60 Kindern und 80 Erwachsenen präsentierten Veranstaltungen, für die „hinter den Kulissen“ rund 50 Leute im Einsatz sind, dabei zu sein.

Karten gibt es an den Tageskassen und für die Samstagssitzung an den bekannten Vorverkaufsstellen. Einlass ist am Donnerstag ab 19 Uhr und am Samstag ab 18.30 Uhr. Weitere Infos: www.facebook.com/KarnevalSorga

Von Wilfried Apel

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