Hobby-Erschrecker Mathias Arp freut sich über spitze Schreie

Sein schönster Lohn

„Jeder Gast ist anders“, sagt Mathias Arp, der als Erschrecker arbeitet. Beim Lullusfest sorgte er in der Geisterbahn „Halloween“ für Angst und Schrecken. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Mal tritt er als Horrorclown auf, mal als verunglückter Bauarbeiter – und auf dem Bad Hersfelder Lullusfest war Mathias Arp als Beetlejuice aus der gleichnamigen Horror-Komödie im Einsatz. Arp arbeitet in seiner Freizeit als Erschrecker.

Auf dem Lullusfest sorgte er am Wochenende in der Geisterbahn „Halloween“ von Familie Rasch für Angst und Schrecken. Mit grauen verfilzten Haaren, Moos im Gesicht, schwarzen Zähnen und einem Messer und einem Gummiarm in den Händen zieht er die Aufmerksamkeit der vorbeischlendernden Lolls-Besucher auf sich und erschreckt die Gäste, zum Beispiel, wenn sie in den Wagons um die Ecke wieder ins Freie biegen.

„Hier kann man kreativ sein und ausleben, was man sonst nicht darf“, sagt Arp über seinen ungewöhnlichen Nebenjob. „Die Schreie, wenn sich jemand erschrickt, sind mein schönster Lohn“, schmunzelt er.

Dabei spult der Erschrecker aber kein Programm ab. „Man muss sich auf die Gäste einstellen“, erklärt Arp. „Jeder Gast ist anders. Ich sehe schon, ob jemand schreckhaft ist oder nicht.“ Auch jede Geisterbahn sei anders, darauf müsse man sich einstellen. Eine Grundregel allerdings gibt es: die Gäste werden nicht angefasst! „Jeder Erschrecker hat seinen eigenen Stil“, weiß Chefin Cissy Rasch.

Einfluss auf Arps Grusel-Show hat auch die Uhrzeit. Während er in der Familiengeisterbahn nachmittags „nur“ mit dem Plastikmesser und dem Gummiarm „bewaffnet“ ist, darf es zu später Stunde auch die Kettensäge sein.

Etwa 30 bis 45 Minuten braucht der eigentlich sehr sympathische 40-Jährige, bis aus ihm dank Schminke und Kostüm eine fürchterliche Gestalt wird.

Ein ungewöhnliches Hobby

Seit 2005 „geistert“ Arp, seit gut drei Jahren arbeitet er immer mal wieder für die Raschs, die insgesamt drei Gruselgeschäfte besitzen. Angefangen habe alles mit seiner Faszination für das amerikanische Halloween-Fest und Besuchen in Freizeitparks. Der 40-Jährige, der aus der Nähe von Hamburg kommt, ist Mitbegründer des „Screamteams“, vormals: IG Grusel, einer Gruppe von inzwischen 26 Horrorgestalten, die man buchen kann.

Das Erschrecken ist für Arp aber nur ein Freizeitspaß, im „normalen“ Leben arbeitet er bei einer Firma für Windenergieanlagen. „Eigentlich ist das ein Hobby wie jedes andere auch, nur vielleicht etwas ungewöhnlicher“, sagt der 40-Jährige, der zugibt, ab und zu belächelt zu werden.

Tipps und Anregungen holen sich Arp und seine Kollegen auf Halloweenpartys oder in Freizeitparks, aber auch bei regelmäßigen Brainstormings entwickeln sie Ideen für Kostüme. Die schwarzen Zähne des Beetlejuice-Outfits macht übrigens sogenannter Zahnlack. Der geht beim Zähneputzen zwar wieder ab, „aber manchmal vergesse ich das auch beim Abschminken und merke es erst am nächsten Morgen“, verrät Arp.

„Ich erlebe immer noch etwas neues“, freut er sich über die abwechslungsreiche Nebenbeschäftigung. So hätten Frauen schon mal vor Schreck ihre Handtaschen weggeworfen und manch ein Gast habe sich plötzlich im Fußraum seines Wagons versteckt.

Wie lange er noch den Erschrecker geben will? „Solange meine Frau mich lässt“, sagt Arp lachend. Immerhin sei er wegen seines Hobbys viel unterwegs und selten zu Hause. Von Bad Hersfeld aus geht es demnächst zum Hamburger Dom und von dort nach Berlin zum Weihnachtsmarkt.

Von Nadine Maaz

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