Porträt: Kampfkünstler Michael Möller stellt heute seine Biografie vor

    Sein Weg ins Leben

Bad Hersfeld. Der Bad Hersfelder Kampfsportler Michael Möller (35) blickt bereits in seinen recht jungen Jahren auf ein bewegtes Leben zurück. Dies hat er nun in seiner heute erscheinenden Biografie niedergeschrieben. „Wie viel kann ein Kind ertragen?“, lautet der Titel.

Genau diese Frage ist es, die Michael Möller als Autor ausführlich beantwortet. Sieben Jahre ist er alt, als sein Vater mit gerade einmal 33 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt und in seinem Heimatort Herfa beerdigt wird. Als die Mutter einen neuen Freund findet, beginnt für den kleinen Michael das Martyrium. „Er hat dafür gesorgt, dass wir vier Kinder uns nicht richtig entwickeln konnten. Ich war neun Jahre alt und musste jeden Abend eine Stunde vorlesen. Für jedes falsche Wort gab es einen Faustschlag gegen den Kopf. Aufgehört hat er, wenn er keine Lust mehr hatte, oder wenn mein Blut auf den Küchen- tisch spritzte“, erinnert sich Michael Möller.

Bruce Lee als Idol

Immer häufiger flüchtet sich der kleine Junge in seine eigene Welt. Und die besteht aus Film und Fernsehen. Michael will werden wie sein Idol: Bruce Lee. Und so beginnt der schmächtige Junge, der auch in der Schule immer das Opfer ist, mit dem Kampfsport. „Ich wollte mich endlich richtig wehren können. Aber im Training habe ich schnell gelernt, dass man die Techniken nur in Notsituationen anwenden darf. So wurde ich weiter drangsaliert, konnte mich aber gegen Übergriffe besser schützen“, erinnert sich Michael Möller.

Während es mit der Bildung nicht funktioniert – Michael besucht die Friedrich-Fröbel-Schule in Bad Hersfeld – stellen sich sportlich die ersten Erfolge ein. „Mit 13 Jahren war ich jüngster Hessenmeister im Boxen“, erzählt er.

Der Kampfsport ist es, über den Michael Möller seinen Weg ins Leben findet. Die Schule spielt keine Rolle mehr. Mit 18 Jahren gründet er seine noch heute existente Kampfsportschule „mm“ in Bad Hersfeld. Auch heute noch, 17 Jahre später, ist sein Faible für den Kampfsport ungebrochen. Doch schon nach einigen Jahren hat sich seine Einstellung zum Kampfsport verändert. „Mit Anfang Zwanzig bin ich hin zur ganzheitlichen Kampf- und Heilkunst gekommen. Denn wenn ich etwas zerstöre, muss ich wissen, wie ich es wieder heilen kann“, merkt der 35-jährige Vater einer Tochter an.

Weltmeister 2005

So legt der WAKO Weltmeister von 2005 im Freestyle Kung Fu großen Wert auf Disziplin. Die will er bereits ganz jungen Menschen im Kindergarten vermitteln. Jungen Menschen auf dem Weg ins Leben zu helfen, ist ihm besonders wichtig. Wohl auch, weil ihm und seinen drei Geschwistern diese Entwicklungschancen nicht gegeben waren. So besucht er Kindergärten, Schulen und soziale Einrichtungen, um den Kindern und Jugendlichen mit seinem selbstentwickelten Projekt „Ich möchte was...“ zu helfen. „Ich möchte, dass Kinder so früh wie möglich in verschiedenen Bereichen fördern und unterstützen, damit sie ihren Weg in der Gesellschaft finden. Dafür muss man ganz früh anfangen“, weiß er.

www.mm-sportschulde.de

Von Mario Reymond

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