Ein Besuch auf dem Dippenmarkt ist für Besucher und Händler ein besonderes Erlebnis

„Sehen Sie! Staunen Sie!“

Verkaufsvorführungen gehören am Lollsmittwoch zum Stadtbild.

Bad Hersfeld. Es ist ein wenig zu laut, es ist ein wenig zu voll – es ist wieder Dippenmarkt in Bad Hersfeld. Dicht gedrängt schieben sich „Ur-Herschfeller“, Zugereiste und Besucher aus allen Ecken des Landkreises am Lollsmittwoch an den über 130 Markthändlern aus ganz Deutschland vorbei.

Diese überbieten sich, teils ausgestattet mit Headset und Mikrofon, in der Anpreisung ihrer Waren. Wie denn der Verkauf laufe, fragt irgendwo ein Kunde. „Wir müssen jetzt einfach noch lauter werden“, schallt es daraufhin aus dem Verkaufsstand.

Traditionsveranstaltung

Ausnahmegeschäft: Die Markthändler freuen sich über guten Umsatz. Fotos: Spanel

Der Bad Hersfelder Dippenmarkt hat seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charme, dem sich so recht niemand entziehen kann. Petra und Klaus-Peter Salber kommen jedes Jahr aus dem Werratal hier her: „Der Gang über den Markt gehört für uns einfach dazu. Und gerade für einen gebürtigen Hersfelder ist ein Besuch eigentlich Pflicht.“

Tatsächlich gibt es viel zu sehen und zu bestaunen, lässt man sich einmal auf das „Erlebnis Dippenmarkt“ ein. Neben handgeklöppelten Tischdecken, Silikonbackformen, Blumenzwiebeln und Haushaltshelfern aller Art finden sich auch so exotische Sachen wie afrikanische Trommeln oder indianische Glücksbringer.
Christian Kistler, der einen Stand mit dem Haushaltsreiniger „Bambus Kristall“ betreibt, bestätigt: „Dieser Markt ist ein Ausnahmemarkt- und für uns Händler mit Sicherheit ein Ausnahmegeschäft. Nirgendwo sonst in Deutschland erleben wir einen solch außerordentlichen Zuspruch, obwohl wir natürlich überall die selbe 1A-Qualität bieten.“ Die große Kundentreue hält auch andere Markthändler in der Kurstadt. „Ich bin schon seit 20 Jahren hier, immer am gleichen Platz“, sagt Wiebke Münzenmaier, die eine „unkaputtbare“ Universalreibe vertreibt. „Es macht mir einfach Freude, dabei zu sein.“

Besucher von überall her

Händlerin Wiebke Münzenmaier demonstriert ihre Universalreibe.

Friedrich Decker ist extra aus Köln angereist, um das bunte Treiben rund um den Marktplatz zu erleben: „Ich bin in Bad Hersfeld geboren. Der Dippenmarkt bedeutet ein Stückchen Heimat für mich.“ Einen nicht ganz so weiten Weg hat Brunhilde Sippel. „Mein Mann und ich kommen aus Schenklengsfeld. Wir besuchen den Markt jedes Jahr, um zu schauen, was es Neues gibt.“
Natürlich will ein solcher Besucheransturm auch bewältigt werden. Die Aussichten auf einen Parkplatz in der Innenstadt tendieren gegen Null. Eine gute Alternative ist der kostenlose Buspendelverkehr vom Erlebnisbad AquaFit zur Breitenstraße. Lolls-Organisator Wilfried Roßbach bestätigt: „Unser Angebot wird sehr gut angenommen- sogar noch besser als im Vorjahr.“

Von Emily Spanel

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