Neue Technik für das Parkleitsystem am Bad Hersfelder Marktplatz erfolgreich getestet

Schwupp und wieder blau

Erfolgreicher Test: Rote Parkplätze sind besetzt, blaue frei. Dieses System soll am Bad Hersfelder Marktplatz installiert werden. Grafik: Stadt Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Der Vorführeffekt war beeindruckend. Per Handy gab Bad Hersfelds Pressesprecher Meik Ebert aus dem Sitzungssaal in der Stadthalle die Kommandos zum Ein- und Ausparken auf dem Marktplatz, und tatsächlich wechselte die Anzeige auf der Videowand wunschgemäß erst auf Rot und – schwupp – wieder auf Blau.

Mit dem hochmodernen System der Firma „Schlauer parken“ aus München könnte die Stadt nun auch die Stellflächen auf dem Markt wieder in ihr Parkleitsystem einbinden. Weil die ursprüngliche Technik der Firma Siemens in diesem Bereich nie zufriedenstellend funktionierte, ist Bad Hersfelds größter Parkplatz auf den Anzeigen in den Zufahrtsstraßen schon seit geraumer Zeit abgeschaltet.

Weil auch die zum Teil privat betriebenen Parkhäuser nicht alle zuverlässig angeschlossen waren, hatte die Stadtpolitik das Parkleitsystem immer wieder in Frage gestellt beziehungsweise Verbesserungen gefordert. Vorschläge aus dem technischen Rathaus wie etwa ein statisches System aus einfachen Hinweisschildern hatten allerdings keinen Beifall gefunden.

Die neue Technik von „Schlauer parken“ kam da wie gerufen. Mehrere Sensoren scannen hier mit Hilfe von GPS (Global Positioning System) die Stellflächen punktgenau ab und melden die Verfügbarkeiten. Beim Testbetrieb dauerte der Abgleich noch etwa 20 Sekunden, doch wenn der Server künftig in Bad Hersfeld steht, dauert die Aktualisierung nur noch zwei bis drei Sekunden.

Lässt sich ausbauen

Wenn gewünscht, lässt sich dieses System noch ausbauen. Eine Vielzahl hinterlegter Autotypen ermöglicht bei hintereinander geparkten Autos, freie Plätze passend zuzuweisen. Etwa: Für den Audi A8 reicht es nicht, doch der kleine Smart passt in die Lücke.

Auch könnte zwischen den einzelnen Parkreihen auf dem Markt unterschieden und die genaue Zahl der verfügbaren Plätze an die Anzeigen übermittelt werden. Das hängt davon ab, was die Stadt in das System investieren möchte.

Vorläufig werden etwas mehr als 15 000 Euro für den Probebetrieb und ein Konzept fällig. Dieses Geld steht aus Restmitteln des Haushalts 2013 zur Verfügung. Die Hälfte davon bekäme die Stadt angerechnet, wenn sie sich für den Kauf des Systems entscheidet. Im laufenden Etat sind weitere 100 000 Euro eingeplant.

Roland Luley, Vorsitzender des Stadtverordneten-Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt, sah den Charme des Systems nicht nur in der offensichtlichen Funktionalität, sondern auch darin, es Schritt für Schritt aufbauen zu können – je nachdem, was gewünscht ist und was die Finanzlage der Stadt hergibt.

Rückschlüsse möglich

Angesprochen wurde im Ausschuss auch der Datenschutz. Es werden zwar keine personenbezogenen Daten gespeichert, auch keine Aufnahmen von einzelnen Fahrzeugen, so dass eine Identifizierung nicht möglich ist. Andererseits ist die Belegung von einzelnen Stellflächen nachvollziehbar. Wenn man weiß, wer wo geparkt hat, wären Rückschlüsse mögliche. „Es muss nur klar sein, worauf man sich einlässt“, sagte die bündnisgrüne Stadtverordnete Nina Weise-Hübner.

Von Karl Schönholtz

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