Dance Captain Gregory Antemes macht das „Show Boat“-Ensemble fit für die Bühne

Schwitzen im Bachhaus

Schweißtreibendes Training (von links): Dance Captain Gregory Antemes macht Anastasia Bain, Andreas Christ und Petter Bjällö fit für ihren Auftritt.

Bad Hersfeld. Spätestens nach den ersten zehn Trainigsminuten fallen die ersten Schweißtropfen auf den Boden des Bad Hersfelder Bachhauses. Doch die Festspieler Anastasia Bain, Andreas Christ und Petter Bjällö verziehen keine Miene. Tapfer strecken, stretchen und schütteln sie sich was das Zeug hält zu der wummernden Musik aus dem iPod. Drei Stunden vor der Aufführung des Musicals „Show Boat“ wollen alle drei ihrer Fitness den letzten Schliff verpassen und einzelne Tanzpassagen perfektionieren. Ihr Ansprechpartner dafür ist der Engländer Gregory Antemes, der sogenannte Dance Captain der Festspiele.

„Meine Aufgabe ist es, das Tanzniveau des "Show Boats" hoch zu halten. Als Dance Captain arbeite ich eng mit der Choreographin Melissa King zusammen“, sagt Gregory Antemes. Der 28-Jährige muss alle auf der Bühne getanzten Schritte kennen, die Position jedes Tänzers im Vorfeld auf den Meter genau festlegen sowie alle Auf- und Abgänge genau im Auge behalten. „Weil ich selbst auch noch Mitglied im Ensemble bin, greife ich für Kritiken oft auf Videoaufnahmen zurück“, erklärt Gregory Antemes seine Doppelbelastung.

Freiwilliges „Warm-Up“

Als Zusatzangebot zu den permanenten Proben bietet der Engländer auch das „Warm Up“ vor jeder Aufführung im Bachhaus an. 45 schweißtreibende Minuten lang können sich dann alle „Show Boat“-Tänzer freiwillig in körperliche Höchstform bringen.

Nach dem ersten Trainigsintervall liegen dann auch die drei Festspieler schwer atmend auf dem Boden. „Relax“, sagt Gregory Antemes und verfällt in seine Muttersprache. Sprachbarrieren gibt es auf diese Weise nicht – schließlich muss Gregory Antemes Schweden, Amerikaner und Engländer trainieren.

Dann noch ein kurzer Schluck aus der Wasserflasche, und weiter geht es: Auf dem Trainingsplan stehen die gefürchteten Sit-Ups. Konzentriert mobilisieren die Festspieler ihre letzten Kräfte. „Three, two, one...“ zählt der Dance Captain herunter, und dann haben sie es geschafft.

Besondere Herausforderung

Während Anastasia Bain, Andreas Christ und Petter Bjällö jetzt schnell aus ihren Trainigsklamotten schlüpfen und in die Maske eilen, hat Gregory Antemes noch mit einer besonderen Herausforderung zu kämpfen. Eine Tänzerin ist krank geworden, und er muss das Ensemble kurzfristig so umstellen, dass auf der Bühne keine Lücke entsteht. „Natürlich trage ich Verantwortung“, resümiert der 28-Jährige. „Aber am Ende macht mir die Arbeit einfach Spaß.“

Von Emily Spanel

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