In beengter Lage wird in der Innenstadt ein Mehrfamilienhaus gebaut

Schwieriger Lückenschluss in Bad Hersfeld

+
Technische Herausforderung: Der Untergeiser Projektentwickler Michael Vardapetyan plant an beengter Stelle in der Bad Hersfelder Innenstadt den Bau einer Wohnanlage, die im Hinteren Steingraben eine Lücke schließen soll.

Bad Hersfeld. Es gehört derzeit schon ein bisschen Fantasie dazu, sich in den beengten Verhältnissen zwischen dem Hinteren Steingraben und dem Rennhöfchen in der Bad Hersfelder Innenstadt den Neubau eines Mehrfamilienhauses vorzustellen – doch genau das hat der Projektentwickler Michael Vardapetyan aus Untergeis vor.

Voraussichtlich noch Ende dieses Jahres soll mit den Bauarbeiten für die 14 geplanten Eigentumswohnungen begonnen werden, die am Ende eine momentan unansehnliche Baulücke schließen werden. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2017 vorgesehen.

Bis dahin ist es für Vardapetyan, der hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet tätig ist, zuletzt aber auch in der Homberger Straße eine Wohnanlage errichten ließ, noch ein weiter Weg.

Nicht viel Platz

Denn viel Platz ist für eine Baustelle mit Kran und Zufahrt am Rennhöfchen nicht. „Das kenn ich aus Frankfurt nicht anders“, schmunzelt Vardapetyan, weiß allerdings um die Besonderheiten des Bad Hersfelder Standorts.

Eine technische Herausforderung ist der Höhenunterschied zwischen Rennhöfchen und Steingraben. Für die Tiefgarage des Neubaus muss so viel Boden abgetragen werden, dass in relativer Nähe zur bestehenden Bebauung eine Wand von dreieinhalb bis vier Metern entsteht. Die muss abgesichert werden, und wie hier der Untergrund beschaffen ist, das muss sich erst noch herausstellen.

Keine Überraschung wäre es hingegen, wenn sich beim Graben in der historischen Mitte der Stadt Relikte der Vergangenheit fänden. Mutmaßlich befand sich auf diesem Grundstück früher eine Gerberei.

Geplant hat den Neubau das Bad Hersfelder Architekturbüro Otto und Wachtel. Den Vertrieb hat Bauherr Vardapetyan in die Hände der Sparkasse Schwalm-Eder in Melsungen gelegt. Seit einer Woche läuft der Verkauf.

Die 14 geplanten Wohnungen sind zwischen 66 und knapp 140 Quadratmeter groß. Für alle ist ein Stellplatz in der Tiefgarage vorgesehen. Die Wohnungen im vorderen Gebäudeteil sind barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen. Alle Wohnungen verfügen über Loggien beziehungsweise Balkone oder Terrassen.

Als Käufer hatte Michael Vardapetyan zunächst an ältere Menschen gedacht, die die zentrale Lage unweit von Markt und City Galerie zu schätzen wissen. Sein erster Kunde war jedoch ein junger Mann.

Kommentare