Bürgerinitiative Sorga kämpft weiter gegen Lärm

„Schwerter neu geschliffen“

Sorga. Die Bürgerinitiative (BI) „Ruhigeres Hersfeld“ gibt nicht auf. Sie setzt sich weiter für ein Durchfahrtsverbot des Schwerlastverkehrs auf der B 62 in Sorga sowie für eine Ortsumgehung ein.

Das Verkehrsministerium hatte kürzlich zwar eine Zunahme des Verkehrs auf der Bundesstraße durch den Ort bestätigt – auch was den Schwerlastverkehr betrifft –, die Möglichkeit für ein Durchfahrtsverbot aber verneint. Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling hatte daraufhin angekündigt, Verkehrsminister Florian Rentsch erneut schriftlich aufzufordern, ein solches Verbot für Lastwagen über zwölf Tonnen zu verhängen. Zudem nehme auch das Projekt „Ortsumgehung B 62 Sorga“ weiter Gestalt an (HZ berichtete).

Neue Verkehrszählung

Diese Unterstützung begrüßt Heinrich Fischer als Sprecher für die Bürgerinitiative natürlich. Er sagt aber auch: „Das fordern wir ja schon seit Jahren.“ Zur Ankündigung des Bürgermeisters, für unbürokratische Unterstützung bei der Kostenerstattung für Schallschutzfenster zu sorgen, meint Fischer: „Das klingt gut, aber die meisten Anwohner haben bereits solche Fenster. Die Bürger sollen hinter Schallschutzfenstern eingesperrt werden.“ Die vom Verkehrslärm betroffenen Bürger in Sorga fühlten sich laut Fischer wie „Aussätzige“.

Dass das Verkehrsministerium für 2013 eine neue Verkehrszählung angekündigt hat – mit Schwerpunkt auf der Entwicklung des Schwerlastverkehrs –, kann Fischer auch nicht positiv stimmen. Er hält neue Zahlen für nicht notwendig. „Das ist eine klassische politische Verzögerungstaktik“, meint er mit Blick auf die anstehenden Bundes- und Landtagswahlen.

Für Heinrich Fischer, der in den kommenden Tagen einen weiteren Brief an das Verkehrsministerium schicken will, ist klar: „Wir werden weiterkämpfen. Die Schwerter sind neu geschliffen.“

Die BI setzt sich seit vielen Jahren für eine Verkehrslärmminderung beziehungsweise -vermeidung in Sorga ein und weist immer wieder auf die ihrer Meinung nach gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen für die Bürger hin. Was Heinrich Fischer besonders ärgert: Schon in den 60er -Jahren war einmal eine Umgehungsstraße geplant gewesen, für die sogar der Aussiedlerhof Jackstätt abgerissen wurde.

Hermes stört nicht mehr

Erste Teilerfolge haben die Sorgaer in den vergangenen Jahren immerhin erreicht. 2011 etwa habe der Hermes-Versand zugesichert, mit seinen Lastwagen nicht mehr über die B 62 zu fahren, sondern stattdessen die mautpflichtige Autobahn zu nutzen, und daran halte sich Hermes bis heute, so Fischer. (nm)

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