Aus dem Innenleben der Hersfelder Zeitung

Schweißtreibend –aber mehr als spaßig

Komm in meine Arme: Und wieder hat sich die „lebende“ HZ einen Passanten gegriffen.

Bad Hersfeld. Alles zurück auf Anfang, das wäre jetzt schön. Tolle Stimmung während des Umzugs in den Straßen der Bad Hersfelder Innenstadt. Die Menschen feiern ausgelassen und die Zeitung kommt gut an – auf jeden Fall die überdimensionale Ausgabe mit den großen weißen Händen. Überall strahlende Gesichter, wo die riesige HZ auftaucht. Fotos hier, Abklatschen und Umarmungen da. Doch nach etwa zweieinhalb Stunden ist schon alles wieder vorbei – leider.

Der Alltag hat uns wieder. Während die Massen feuchtfröhlich bei strahlendem Sonnenschein feiern, sitzen wir wieder in der Redaktion und füllen die nächste Zeitungsausgabe. Und so langsam stellen sich bei mir auch die Schmerzen in den Schultern ein. Diese besondere Zeitung ist nicht ohne.

Während des Umzugs ist mir gar nicht aufgefallen, wie schwer dieses Ding tatsächlich ist. Aber egal. Mir und all meinen Kolleginnen und Kollegen hat die Teilnahme am Festzug Spaß bereitet und den Herschfellern sowie allen Hergeloffenen sicher auch.

Und meine Befürchtung, dass irgendwer irgendwas in die oben offene Riesenzeitung wirft, war völlig unbegründet. Selbst im Bereich des Hanfsacks, wo meist die jüngeren Gäste schon weit vor Beginn des Umzugs etwas tiefer in die Gläser schauen, bleibt alles ruhig. Es schlagen keine Bonbons ein und es gibt auch kein Bier von oben, dafür rinnt der Schweiß und eine Erfrischung wäre jetzt wirklich angebracht – geht aber nicht mit diesen Pranken und ohne Mundöffnung.

Also widme ich mich weiter der eigentlichen Aufgabe – für gute Stimmung am Straßenrand sorgen. Das funktioniert ausgezeichnet. Die Menschen machen mit. Es ist eben Lullusfest in Bad Hersfeld. Eine Woche lang ticken in der Kreisstadt die Uhren anders. Nichts ist so wie den Rest des Jahres. Sorgen und Ängste rücken in den Hintergrund und das ist gut so. Schade, dass es mit der Ausgelassenheit nach nur einer Woche schon wieder für fast ein ganzes Jahr vorüber ist. Wäre doch schön, wenn wir die Uhr einfach wieder auf Anfang drehen könnten.

Von Mario Reymond

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