Schwarze Null in Sicht: Interview mit Klaus Schnettger, dem neuen Geschäftsführer der Vitalisklinik

Hoffnung auf bessere Zeiten: Klaus Schnettger, der neue Geschäftsführer der Vitalisklinik in Bad Hersfeld, will bald profitabel arbeiten. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Klaus Schnetter ist seit dem 1. Juli neuer Geschäftsführer der Vitalisklinik in Bad Hersfeld. Mit seiner Person verbindet sich die Hoffnung, die seit Jahren defizitär arbeitende Fachklinik für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen profitabel zu machen.

Herr Schnettger, hat die Vitalisklinik eine Zukunft? 

Klaus Schnettger: Ja, aus meiner Sicht auf jeden Fall. Die Vitalisklinik ist von der Infrastruktur her eine der besten Rehakliniken, die ich bisher gesehen habe.

Mit neuen Konzepten und Sparprogramm haben sich auch schon Ihre Vorgänger versucht – mit übersichtlichem Erfolg. Was werden Sie anders machen?

Schnettger: Wir werden ein neues Produkt anbieten, zusätzlich zur medizinischen Reha-Leistung im Bereich der Prävention. Dafür gibt es eine Nachfrage. Der Ruf der Klinik ist bundesweit gut, nur müssen wir das unters Volk bringen.

Sie kommen aus der Branche und haben Vergleichsmöglichkeiten. Wie steht die Vitaliklinik Ihrer Ansicht nach im Wettbewerb da?

Schnettger: Die Infrastuktur ist wie gesagt sehr gut, auch von der Qualifizierung der Mitarbeiter sind alle Voraussetzungen erfüllt. Es gilt nun, alle Ressourcen auszuschöpfen, die die Rentenversicherung bietet. Das ist bisher nicht geschehen.

Reichen dafür die jüngsten Modernisierungsmaßnahmen aus oder sehen Sie weiteren Bedarf?

Schnettger: Einige wenige Zimmer müssen noch renoviert werden, alles andere ist normale Instandhaltung. So wie die Klinik jetzt ist: Perfekt.

Die schwarze Null, die der ehemalige Bürgermeister Boehmer schon vor Jahren angekündigt hatte, bleibt auch 2016 Wunschdenken. Wie hoch wird das Defizit diesmal sein und wie sind die Aussichten, doch einmal im Plus zu landen?

Schnettger: Im operativen Geschäft können wir die schwarze Null bei noch gutem Verlauf in der zweiten Jahreshälfte schon dieses Jahr erreichen. Nicht aber im Gesamtergebnis, in das auch Abschreibungen, Kapitaldienst und Pensionszahlungen einfließen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir bei „nur“ einer halben Million Defizit landen werden, wie es im Wirtschaftsplan prognostiziert ist.

In der Vergangenheit wurde des öfteren der Verkauf der Vitalisklinik diskutiert. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Schnettger: Das ist im Moment kein Thema. Die Stadt steht zur Klinik. Das verbindet sich mit der Perspektive durch den neuen Chefarzt Professor Hermann-Joachim Glaser und meine Person.

Das Personal hat bereits einige Zugeständnisse gemacht. Wie sieht es da im Moment aus?

Schnettger: Welche Zugeständnisse, mir sind keine bekannt? Wir hatten in den vergangenen drei Jahren Personalkostensteigerung von circa 16 Prozent, nicht durch wesentliche quantitative Steigerungen der Mitarbeiter, sondern durch tarifliche Steigerungen. Der Tarifvertrag läuft Ende des Jahres aus. Dann muss man sehen.

Wenn Sie sich etwas für die Klinik wünschen dürften, was wäre das?

Schnettger: Eine moderate Personalkostensteigerung und dass es uns gemeinsam gelingt, die Präventionsmaßnahmen am Markt zu etablieren. Dabei können alle Hersfelder helfen, die Informationen weiter zu tragen. So können wir vielleicht Ende nächsten Jahres wirklich schwarze Zahlen schreiben.

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