250 Dinge, die wir an der Region mögen, Teil 19: Schloss Ludwigseck bei Beenhausen

Schutzschild gegen den Abt

Idyllisch gelegen: Das Schloss Ludwigseck, das von der Familie von und zu Gilsa bewohnt wird und nicht besichtigt werden kann. Foto:  Manns

Ludwigsau. Auf einer Basaltkuppe zwischen Ludwigsau-Beenhausen und Alheim-Sterkelshausen liegt Schloss Ludwigseck inmitten der „Riedesel’schen Wälder“ in den östlichen Ausläufern des Knüllgebirges.

Die Nutzung der ursprünglich als Wehrburg im Jahre 1419 fertiggestellten Burg wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte zum repräsentativen Jagdschloss der Riedesel Freiherrn zu Eisenbach. Im Schloss wohnt der heutige Schlossherr Thilo von und zu Gilsa mit seiner Familie.

Das Schloss Ludwigseck wurde als eine der letzten Wehrburgen Anfang des 15. Jahrhunderts im Auftrag des Landgrafen Ludwig I. von Hessen-Kassel erbaut und er beschreibt die Notwendigkeit der Burg als Schutzschild gegen die Truppen des Abtes von Hersfeld in einem Lehnsbrief: „… das sei gebaut worden, den landgräflichen Nutzen und zur besseren Beschirmung der landgräflichen Gerichte, Dörfer, armen Leute, Holzungen und Felder dabei gelegen, indem bisher fast alles verwüstet worden…“.

Seit 1495 befindet sich das Schloss im Besitz der Familie Riedesel und deren Nachkommen. Damals übernahm Ritter und Erbmarschall Hermann von Riedesel, der ein Freund und Vertrauter des Landgrafen war, das Lehen von seinem Schwiegervater, Eckhardt von Röhrenfurt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg stark zerstört. Sie war nicht mehr bewohnbar, und die Familie richtete sich im nahe gelegenen Hof Trunsbach ein. Erst ab 1677 und nur mit finanzieller Unterstützung des Landgrafen konnte die Burg wieder hergerichtet werden und wird seither als Schloss bezeichnet.

Desolater Zustand

Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich das Schloss abermals in einem desolaten Zustand: „Der Ururgroßvater des heutigen Schlossherrn, Erbmarschall Ludwig Riedesel Freiherr zu Eisenbach, beauftragte in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts den Architekten Hugo von Ritgen mit dem Umbau und der Restaurierung des Schlosses. Nach dem frühen Tod von Ludwig Riedesel führte seine Witwe Wilhelmine, geborene Gräfin Otting, die Umbaumaßnahmen fort. In dieser Zeit erhielt das Schloss sein heutiges Erscheinungsbild. Besichtigungen des Schlosses werden von den Besitzern nicht angeboten.

Am 27. Februar 2011 gegen 17 Uhr brannte das alte Forsthaus, das gegenüber dem Eingangstor des Schlosses steht, fast vollständig aus. Trotz des massiven Einsatzes der Ludwigsauer und Rotenburger Feuerwehr war die fast völlige Zerstörung des Gebäudes nicht zu verhindern. Zurzeit wird das alte Forsthaus wieder aufgebaut.

In den ausgedehnten Wäldern rund um das Schloss bieten sich für den passionierten Wanderer tolle Möglichkeiten für einen erfrischenden Marsch durch die fast unberührte Natur.

Von Gerhard Manns

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