Schulsystem-Unterschiede zwischen Hessen und NRW

+
Damit der Schulwechsel Ihres Kindes reibungslos klappt, sollten Sie das Schulsystem des anderen Bundeslandes kennen.

Wenn Sie mit Ihrer Familie bald von Hessen nach Nordrhein-Westfalen umziehen, sollten Sie sich auch über das andere Schulsystem informieren. Denn nur so klappt der Schulwechsel Ihres Kindes problemlos. Lesen Sie unsere Antworten auf drei wichtige Fragen.

1. Wie unterscheidet sich das Schulsystem in NRW vom hessischen?

Die Bildungssysteme in Hessen und NRW haben eines gemeinsam: Die Kinder gehen vier Jahre lang auf eine Grundschule und wechseln danach auf eine weiterführende Schule. Aus Hessen sind Sie ein dreigliedriges Schulsystem gewohnt: Die Kinder besuchen nach vier Jahren Grundschule entweder die Mittelstufenschule, die Gesamtschule oder das Gymnasium. In NRW hat Ihr Kind mehr Schulformen zur Auswahl: fünf statt drei.

Nach vier Jahren Grundschule stehen Ihrem Kind entweder die Haupt-, Real-, Sekundar-, Gesamtschule oder das Gymnasium offen. An all diesen Schulen machen die Schüler ihren Hauptschulabschluss oder den mittleren Schulabschluss. Wenn sie das Gymnasium, die Gesamt- oder Sekundarschule gewählt haben, können sie auch das Abitur anstreben.

Die Sekundarschule ist eine Besonderheit in NRW. Sie existiert noch nicht lange und richtet sich an alle Kinder – egal wie gut oder schlecht die Noten in der vierten Klasse waren. Wie bei den Gesamtschulen steht auch hier das längere gemeinsame Lernen im Mittelpunkt. Der Hauptunterschied zwischen Sekundar- und Gesamtschule liegt darin, dass die Sekundarschule keine eigene Oberstufe anbietet. Sie kooperiert stattdessen mit einem nahe gelegenen Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg, um das Abi zu ermöglichen.

2. Wer berät Sie?

Das nordrhein-westfälische Schulministerium hat zu vielen Fragen Broschüren herausgebracht, etwa zu den Besonderheiten der Sekundarschule. Diese Informationsblätter laden Sie entweder als PDF-Dateien auf Ihren Computer herunter oder lassen sich die Informationen per Post zuschicken. Auf der Internetseite des Ministeriums nutzen Sie am besten die praktische Suchfunktion, um alle Schuladressen an Ihrem neuen Wohnort aufgelistet zu sehen.

Es lohnt sich außerdem, wenn Sie Verwandte, Freunde und zukünftige Arbeitskollegen in NRW um Rat fragen, die das Schulsystem besser kennen als Sie.

3. Welche Regeln gelten für den Wechsel auf eine weiterführende Schule?

In NRW ist es üblich, dass Eltern zeitgleich mit dem Halbjahreszeugnis in der vierten Klasse eine Schulformempfehlung für Ihr Kind erhalten. Mit diesem Zeugnis melden Sie Ihr Kind bei der Wunschschule an. Wenn Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter trotz einer Empfehlung für die Realschule lieber auf ein Gymnasium schicken möchten, sollten Sie ein Beratungsgespräch vereinbaren. Doch auch wenn die Schulleitung skeptisch reagiert, haben Sie das letzte Wort – so lauten die Regeln im NRW-Schulsystem.

Kommentare