500 Ausbildungsplätze mehr für Altenpflege, aber knappe Finanzierung

Schulgeld nicht erhöht

Altenpflege ist kein leichter Beruf: Die Jobs, so heißt es, sind sicher, der Verdienst dagegen nicht hoch. Das Image des Berufs leidet auch darunter. Foto: dpa

Hersfeld-Rotenburg. 220 000 zusätzliche Altenpfleger werden bis zum Jahr 2020 in Deutschland gebraucht. Das bedeutet, dass sich bis dann etwa jeder vierte Schulabgänger für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden müsste.

Das Land Hessen hat inzwischen auf den steigenden Bedarf reagiert und mit einer Änderung der Altenpflegeverordnung die Zahl der Schulplätze in der Altenpflegeausbildung um 500 auf 4000 erhöht.

„Das ist grundsätzlich der richtige Weg“, sagt Doris Hoffmann, Leiterin der Altenpflegeschule in Bad Hersfeld.

Probleme bereitet ihr, wie allen anderen Altenpflegeschulen im Land, dass gleichzeitig auch die Kostenausgleichsverordnung verändert wurde. Darin hatte sich das Land verpflichtet, 90 Prozent des Schulgelds auch dann weiterzuzahlen, wenn die Ausbildung abgebrochen wurde. Jetzt gibt es nur noch 50 Prozent, und auch die nur bis zum Ende des ersten Ausbildungsjahres. 342,67 Euro zahlt das Land pro Monat und Schüler in der dreijährigen Ausbildung. 268,68 Euro gibt es für die einjährige Ausbildung. Dabei sei da der Arbeitsaufwand erheblich höher, weil die Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss oft einen Packen privater Probleme mitbrächten. Auch müssten die Kurse weniger Teilnehmer haben.

Das Schulgeld wurde zudem seit 2002 nicht mehr erhöht. „Wir hätten uns gewünscht, das das Schulgeld erhöht worden wäre und das es vor allem bei den Altenpflegehelfern angeglichen wird“, sagt Doris Hoffmann.

Dass Nachwuchs dringend gesucht wird, hatte im März bereits Corinna Brandau als Leiterin der Evangelischen Altenpflegeschule in Rotenburg, bekräftigt. Zwar nehme das Interesse am Beruf nicht ab, ebenso wenig auch der Wille, eine geeignete Qualifikation zu erlangen. Die Zahl der Bewerber werde geringer – und die Qualität der Bewerbungen auch. ARTIKEL LINKS

Von Christine Zacharias

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