Schulleiter entscheiden über Beurlaubung – Bußgeld erhöht

Schuleschwänzen kann teuer werden

+
Symbolbild

Hersfeld-Rotenburg. Wenn Schüler unentschuldigt fehlen, kann das teuer werden – zum 1. August sind die Bußgeldsätze erhöht worden, wie Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts Bebra, mitteilt (siehe Hintergrund).

Am 15. Oktober beginnen die Herbstferien und gerade vor den Ferien lassen sich manche Eltern einiges einfallen oder ihre Kinder krankschreiben, um sie für ein günstigeres Urlaubsangebot eher aus der Schule zu nehmen. Der Deutsche Lehrerverband beklagt dieses Phänomen seit langem.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sehen die Schulleiter jedoch kein großes Problem in den so genannten Schummelferien, dabei handele es sich um Einzelfälle. Dies bestätigt auch das Schulamt, weist aber auf die geltenden Regeln hin und erinnert an die Vorbildfunktion der Eltern.

Anträge auf Beurlaubung unmittelbar vor oder nach den Ferien sind laut Hessischem Schulgesetz in „begründeten Ausnahmefällen“ bei der Schulleitung zu stellen, spätestens vier Wochen im Voraus. Ein günstiger Ferienflieger ist laut Gesetz jedoch kein begründeter Ausnahmefall, auch wenn die Schulleiter einen gewissen Ermessensspielraum haben.

Den Vorwurf, dass in der Zeit vor den Ferien ohnehin nichts mehr getan würde, weist Gerhard Finke vom Schulamt zurück. „Es mag Einzelfälle geben, aber generell wird die Zeit vor den Ferien nicht vergammelt“, so Finke. Vor den Herbstferien würden sogar noch Arbeiten geschrieben. „Das ist auch die falsche Haltung gegenüber Schule, diese sollten Eltern ihren Kindern nicht vermitteln.“

2011 wurden im Kreis Hersfeld-Rotenburg 42 Verfahren wegen Verletzung der Schulpflicht eingeleitet, für 2012 wurden bis zum 31. Juli bereits 53 Verfahren registriert. Die meisten dieser Verfahren seien allerdings Fälle, in denen Schüler regelmäßig unentschuldigt fehlten oder mit nicht akzeptablen Entschuldigungen. Hintergrund, Zum Tage, S. 2

Von Nadine Maaz

Kommentare