Landesregierung spart an der „Verlässlichen Schule“

Schulen: Weniger Geld für Vertretungslehrer

Hersfeld-Rotenburg. An hessischen Schulen rumort es: Lehrer und Elternbeiräte protestieren gegen Sparmaßnahmen bei Vertretungslehrern. Statt 1000 Euro, wie sie bis 2008 den Schulen zugeteilt worden waren, soll es in diesem Jahr nur noch 630 Euro pro Stelle geben. Der Grund: Auch das Kultusministerium soll sparen.

Das Ministerium soll in diesem Jahr mit 45 Millionen Euro weniger auskommen als im vergangenen. Ein Großteil dieser Summe, nämlich 9,3 Millionen, will Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) im Programm „Verlässliche Schule“ (VS) einsparen. Dieses Programm dient vor allem der Finanzierung der Vertretungslehrer.

Das Ministerium in Wiesbaden begründet die Kürzung unter anderem damit, dass das Budget in den vergangenen Jahren nie ausgeschöpft worden sei. Das wird auch vom Staatlichen Schulamt in Bebra bestätigt. „Die Schulen im Kreis haben im vergangenen Jahr rund 85 Prozent ihres Budgets für Vertretungslehrer ausgegeben“, sagt Ursula Thom-Plappert, stellvertretende Leiterin des Schulamtes. Die Summe in Zahlen: 480 000 Euro.

Was bisher locker finanziert wurde, könnte jetzt knapp werden: „Der Spielraum der Schulen wird definitiv enger“, berichtet Thom-Plappert. Bei einzelnen Schulen könnte es zu Not an Mann und Frau kommen. Doch das Schulamt sei bestrebt, das für Vertretungsunterricht benötigte Geld anzuzapfen, um Ausfälle zu verhindern.

Elternbeiräte sehen das weniger gelassen. Für den Umbau der Schullandschaft seien höhere Investitionen als in der Vergangenheit nötig. Und der Arbeitskreis der Gesamtschuldirektoren meint in einem Entwurf für ein Protestschreiben, es sei widersinnig, wenn mit der Einführung des kleinen Budgets die Kürzung des Haushaltstitels „Verlässliche Schule“ verbundensei. Zum Tage, Seite 2

Von Gerd Henke und Pia Schleichert

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