Bei der Wald-Olympiade des Forstamtes kann man viel über Forsten und Natur lernen

Schule im Wald strengt an

Bei der Wald-Olympiade des Fortsamts Bad Hersfeld mussten die Schülerinen und Schüler der Gesamtschule Obersberg und der Gesamtschule Schenklengsfeld kräftig zupacken. Foto:  nh

Bad Hersfeld. „Das Bergsteigen war das Schönste“, antwortete ein Junge mit freudiger Miene auf die Frage, was ihm bei der Wald-Olympiade am besten gefallen hat. Doch nur Bewegung im Wald wäre ein bisschen zu wenig, denn eine Sportveranstaltung ist die Wald-Olympiade nicht, auch wenn dies nicht zu kurz kommen darf.

Die Schüler hatten am Vormittag einen Parcours zu absolvieren, bei dem es weniger um sportliche Höchstleistungen als um das Erarbeiten der vielfältigen Wirkungen des Waldes ging. Da kam die Rede auf „nachhaltige Holznutzung“, „Nahrungsketten“, „Wasserschutz“, „Wildbewirtschaftung“ und vieles mehr. Es mussten Höhen gemessen, Stämme gesägt und Baumarten erkannt werden.

Insgesamt acht Stationen hatten die Schüler der Gesamtschule Obersberg und der Gesamtschule Schenklengsfeld zu absolvieren. Im Einsatz waren über ein Dutzend Mitarbeiter des Forstamtes Bad Hersfeld. Dieter Mathes, Revierleiter in Unterhaun, und Jürgen Manns, Funktionsbeamter des Forstamtes und frisch gebackener Waldpädagogiktrainer, hatten alle Hände voll zu tun, denn insgesamt kamen über 200 Schüler angereist, berichtete Förster Mathes nicht ohne Stolz.

Weitere Unterstützung erhielten er und sein Team von der Sparkasse Bad Hersfeld. Diese sponserte nicht nur die Preise, die Außendienstmitarbeiterin Frau Katharina Flohrschütz betreute auch eine Station. Waldolympiaden veranstaltet das Forstamt seit 1993. Bislang im Wald am Obersberg.

Den Wald neu kennenlernen

Der neue Parcours basiert auf einer ähnlichen Veranstaltung der Forstämter Hofbieber und Reichensachsen, die Dieter Mathes bereist und mit Jürgen Manns weiterentwickelt hat. Ziel war es, die Kinder auf eine unverkrampfte, mehr spielerische Art und Weise mit dem Lebensraum Wald vertraut zu machen.

Manche Schüler lernten den Wald von einer Seite kennen, wie sie ihn bisher noch nicht gesehen hatten. Die meisten kennen ihn in unserer Umgebung von Familienspaziergängen oder vom Joggen. Diesmal ging es über Stock und Stein. Einmal galt es, auf einem Baumstamm balancierend, einen Bach zu überwinden, ein anderes Mal musste man alpinistisch die steile Böschung mit Hilfe eines Seiles bezwingen.

Dennoch lernten sie, dass der Wald mehr ist als die Kulisse für Freizeitaktivitäten. Immerhin kommt über 50 Prozent des Holzverbrauchs in Deutschland aus unseren eigenen nachhaltig und naturgemäß bewirtschafteten Wäldern.

Eine Entfremdung der Kinder von Wald und Forst, wie sie vielfach beklagt wird, kann Jürgen Manns nicht feststellen. In jeder Gruppe, so berichtete er, fanden sich junge Forstexperten.

Natürlich waren einige Schüler versucht, sich von Handy oder i-Pod ablenken zu lassen, doch das vielfältige Programm zog die jungen Walderoberer wieder in seinen Bann. „Die Kinder haben fantastisch mitgemacht“, ergänzte Förster Mathes.

Leuchtende Augen als Dank

Der schönste Lohn für alle Mühen mit der Wald-Olympiade war für ihn und seine Kollegen, als sich die Kinder nach dem anstrengenden Vormittag mit leuchtenden Augen von ihm verabschiedeten. Und er ergänzt: „ Wir würden uns natürlich freuen, wenn noch weitere Schulen unser Angebot nützen und annehmen würden.“ (red/phi)

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