Aber: Keine einheitliche Regelung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

In der Schule muss das Handy aus bleiben

Hersfeld-Rotenburg. Ohne ihr Handy gehen viele Schüler nicht mehr aus dem Haus. Wie selbstverständlich wird das Gerät auch mit in die Schule genommen. Doch das Benutzen der Multifunktions-geräte ist per Schul- oder Hausordnung in den meisten Schulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg untersagt – Handys müssen ausgeschaltet in der Tasche bleiben. Wie strikt diese Regel gilt und für welche Bereiche ist unterschiedlich.

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„Die Schulen entscheiden eigenverantwortlich im Rahmen ihrer pädagogischen Konzeption“, sagt Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts Bebra. Eine konkrete Empfehlung gibt es weder vom Schulamt noch vom Kultusministerium. Laut Hofmann sind Handys an der Schule aber in jedem Fall ein „heißes Thema“.

An der Konrad-Duden-Schule (KDS) in Bad Hersfeld ist das öffentliche Benutzen, Tragen und Zeigen von Handys im Gebäude wie auf dem Schulhof verboten. Ebenso sind Bild- und Tonträger verboten. Diese Regelung gilt auch für die Blumensteinschule in Obersuhl.

Wer an der KDS gegen die Regel verstößt, muss das Gerät abgeben und kann es nach dem Unterricht im Sekretariat wieder abholen. Zudem werden die Eltern informiert und es gibt einen Vermerk in der Schülerakte. Direktorin Susanne Hofmann verweist auf die „Wahrung des Schulfriedens“ und den Schutz der Kinder. Die Eltern wurden jüngst per Brief über diese Nutzungsregeln informiert.

An anderen Schulen müssen die Schüler ihre Handys zwar im Gebäude ausschalten, für den Schulhof gilt das aber nicht. Wer beim Telefonieren, Simsen, Spielen oder Filmen erwischt wird, muss das „Corpus Delicti“ in der Regel abgeben und kann es am Ende des Schultages wieder abholen. In einigen Fällen müssen das die Eltern tun. Aber nicht überall werden die Eltern informiert – wie an der Werratalschule in Heringen; dafür kann es sein, dass der Schüler einen Aufsatz zum Thema verfassen muss.

Von Nadine Maaz

Mobil in der Schule So handhaben es die Schulleiter im Kreis

• An der Werratalschule in Heringen müssen die Schüler ihre Handys im Gebäude ausschalten, auf dem gesamten Gelände könne man dies aber nicht kontrollieren. Bei Verstößen kann auf die Schüler eine „pädagogische Maßnahme“ zukommen.

• An der Geistalschule Bad Hersfeld sind Handys im Unterricht nicht erlaubt, auf dem Schulhof aber schon. „Verbote sollte man nur aussprechen, wenn man sie auch kontrollieren kann“, sagt der stellvertretende Schulleiter Ulrich Eckhardt. Wird ein Handy einkassiert, werden die Eltern informiert.

• Auch an der Gesamtschule Obersberg dürfen Handys generell nicht benutzt werden, eingesammelte Telefone müssen in der Regel von den Eltern abgeholt werden. „Handys haben in der Schule nichts verloren“, sagt Schulleiterin Sabine Rimbach.

• An der Modellschule Obersberg, wo die meisten Schüler über 16 Jahre alt sind, müssen Handys im Gebäude ausgeschaltet sein, für den Schulhof gilt dies nicht. Eingesammelt werden sie nur bei „Mehrfachtätern“. In Sachen Cybermobbing setzt man auf Prävention. „Und sollte so etwas vorkommen, würde ich sehr entschieden vorgehen und sofort die Polizei informieren“, stellt Schulleiter Karsten Backhaus klar.

• An der Blumensteinschule in Obersuhl sind die Regeln für den Umgang mit Handys, die an der Konrad-Duden-Schule gelten, bereits Alltag. „Sie sind allseits akzeptiert“, erklärt der stellvertretende Schulleiter, Thorsten Gräf. Telefonieren dürfen die Schüler, wenn notwendig, im Sekretariat. Ansonsten müssen die Handys abgestellt in den Schulranzen oder ganz zu Hause bleiben.

• Ähnlich läuft es an der Brüder- Grimm-Gesamtschule in Bebra, wo Handys auf dem Schulgelände ausgeschaltet bleiben müssen. Das ist in der Schulordnung verankert, berichtet Direktor Roland Klos. Die Regelung soll einen Missbrauch verhindern und werde auch von den Eltern unterstützt.

• Laut Schulordnung muss das Handy an der Jakob- Grimm-Schule in Rotenburg nur im Unterricht ausgeschaltet werden, erläutert deren Direktor Friedhelm Großkurth. In den Pausen dürfe es an der Gesamtschule mit Oberstufe genutzt werden, es sei denn, es werde missbräuchlich verwendet, um unerwünschte Inhalte aufzunehmen. (nm/ank)

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