Kreisschülerrat diskutiert mit den Kandidaten zur Landtagswahl über ihre Ansichten zur Bildungspolitik

Schule ist ein großes Puzzlespiel

Oft ganz einig: Torsten Warnecke, Katharina Ochs, Lena Arnoldt, Kaya Kinkel, Caroline Bartz, Horst Zanger und Bernd Böhle (von links). Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Gute Bildungspolitik setzt sich aus vielen unterschiedlichen Faktoren zusammen: Lehrern, Schülern, Schulformen, Lehrplänen, Konzepten und natürlich aus Geld. Deshalb hatten die beiden Moderatorinnen Caroline Bartz und Katharina Ochs vom Kreisschülerrat für ihre Diskussionrunde mit Landtagskandidaten zur Bildungspolitik im „wortreich“ Puzzelteile mit den einzelnen Komponenten gebastelt.

Torsten Warnecke (SPD), Kaya Kinkel (Grüne), Lena Arnoldt (CDU), Bernd Böhle (FDP) und Horst Zanger (Linke) durften sich so die Themenfelder auswählen, die ihnen besonders wichtig waren. Zum Erstaunen der rund 40, meist jugendlichen, Zuhörer waren sich die Kandidaten dabei in vielen Punkten einig. So seien die Schüler von heute nicht schlechter, sondern anders als früher. Sie verfügten etwa über eine höhere Kompetenz im Umgang mit Technik und neuen Medien, die es in der Schule zu nutzen gelte.

Bei der Frage, ob nun G8 oder G9 der bessere Weg zum Abitur sei, zeigten sich allerdings schon Unterschiede. Lena Arnoldt sagte, sie sei ein Fan von G8, räumte aber ein, dass versäumt wurde, die Lehrpläne zu entschlacken. Sie wolle aber keine „Einheitsschule“, wie sie die SPD fordere. Dem widersprach Torsten Warnecke: Seine Partei wolle keine Einheitsschule. Ein stark differenziertes Schulsystem lasse sich aber gerade im ländlichen Raum kaum umsetzen.

Horst Zanger indes plädierte für die Ganztagsschule, die zur Regelschule werden müsste. Dort könnten dann auch am besten die Vorgaben zur Inklusion, also dem gemeinsamen Lernen von Behinderten und Nicht-Behinderten, umgesetzt werden. Inklusion hielten alle Kandidaten für ein wichtiges und richtiges Ziel, zu dem es aber noch ein weiter, kostspieliger Weg sei.

Bernd Böhle setzte auf eine größtmögliche Wahlfreiheit bei den Schulformen und warb für mehr Praxisbezug im Unterricht. Er regte eine engere Zusammenarbeit mit örtlichen Firmen an.

Kaya Kinkel schlug vor, das Wahlalter abzusenken, und erntete dafür viel Zuspruch auch von den anderen Kandidaten. Allerdings, so erinnerte Torsten Warnecke, könnte dies nicht die Politik, sondern nur das Volk durch eine Verfassungsänderung erreichen.

Zentraler Knackpunkt aller bildungspolitischen Visionen bleibt die Finanzierbarkeit – da war man sich einig. Das wurde schon bei den hohen Kosten für die Schülerbeförderung klar, die manchen Bildungsweg holprig machen. Gute Bildung kostet Geld, soviel ist allen klar. Doch woher es kommen soll, daran wird noch zu puzzeln sein.

Von Kai A. Struthoff

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