Schul-Wahnsinn, Lese-Projekt und Parkplätze

Karl Schönholtz

Nicht nur das Weihnachtsfest liegt heute hinter uns, sondern auch die erste Woche der Schulferien. Das heißt: eine ganze Woche ohne neue Zettel, ohne neue Termine und ohne aufgehaltene Hände, die Geld für Unterrichtsmaterial, Theaterfahrten, Kinobesuche, Skifreizeiten oder die Bilderserie vom Klassenfoto verlangen.

Wer nicht selbst Vater oder Mutter ist, kann sich vielleicht gar nicht vorstellen, mit welchen Erwartungen und Forderungen Schule heutzutage bei den Eltern vorstellig wird – eine wie die andere. Und wer mehr als ein Kind dem Schulbetrieb anvertraut hat – in meinen Falle sind es sogar drei –, der registriert schon dankbar, wenn an einem Tag mal keine weitere Einladung für diese oder jene Veranstaltung auf den Küchentisch flattert und nicht das nächste Buch oder Arbeitsheft finanziert werden muss. Entziehen kann man sich in den meisten Fällen eher nicht, denn wer will schon sein Kind gegenüber den Mitschülern („Alle anderen dürfen aber!“) bloßstellen.

Schade, dass die Verschnaufpause nur kurz ist: In zwei Wochen sind die Ferien rum, und dann geht der Schul-Wahnsinn einfach weiter.

Die Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ war in diesem Jahr dank des Engagements der örtlichen Schulen ein grandioser Erfolg. Das gibt nun Anlass, das bisherige Konzept zu überdenken. Weil die breit angelegte Auseinendersetzung mit einem bestimmten Stück Literatur ohne die Schulen wohl nur die Hälfte wert wäre, soll die Aktion möglicherweise besser auf die Bedürfnisse der begleitenden Pädagogen abgestimmt werden. Was das für die Abläufe bedeutet, wird sich zu Beginn des neuen Jahres herausstellen.

Mit der Schließung des Herkules-Marktes an der Bismarckstraße hat Bad Hersfeld nicht nur eine bedeutende Einkaufsmöglichkeit verloren, sondern auch ein gern genutztes Parkhaus, das insbesondere für die aus Richtung Süden kommenden Autofahrer oft die erste Anlaufstelle war.

Zwar gibt es von der Immobilie selbst noch keine neuen Nachrichten, wie eine künftige Nutzung aussehen könnte – da laufen im Hintergrund Gespräche –, doch die Parketagen sind seit einigen Tagen wieder geöffnet.

Gerade im Weihnachtstrubel war das eine willkommene Entlastung.

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