Der Wald geht zur Schule: Jäger jagen und Berufsschüler servieren Wildbankett

Schüsseltreiben am Obersberg

Kulinarisches Verwöhnen: Die Schüler servierten ein Wildbuffet mit Wildschweinkeule, Rehrücken, Wildgulasch. Foto: Goßmann

Bad Hersfeld. Wenn die Schule mal nicht in den Wald geht, dann kommt der Wald eben in die Schule: Liebevoll dekoriert mit Fellen, Geweihen, grünen Tischdecken und ausgestopften Tieren, präsentierten sich die Räume der Beruflichen Schulen Obersberg im Ambiente einer gemütlichen Jagdhütte.

Als Teil ihres praktischen Unterrichts luden die Köche-Klasse 12 KÖ und die Auszubildenden Hotel-Restaurantfachleute 10 HOA eine Jagdgesellschaft von Hessen-Forst zum sogenannten Schüsseltreiben, dem traditionellen Abschluss eines Jagdtages, ein.

Und dieses besondere Angebot stieß auf großen Anklang: Rund 60 Waidmänner und -frauen ließen sich im Lehrrestaurant „Sinn-fonie“ von den Schülern mit einem schmackhaften Wildbuffet verwöhnen.

Das umfangreiche Menü umfasste kulinarische Leckereien wie Wildkraftbrühe, Terrine vom Reh, knackigen Feldsalat mit Speck, Crôutons und Kartoffeldressing und natürlich als Höhepunkt gebratene Wildschweinkeule, Rehrücken oder Wildgulasch. Daneben boten die jungen Köche und Hotelfachleute herzhafte Beilagen wie Herzoginnenkartoffeln, Schupfnudeln oder Kartoffelrösti sowie Rosenkohl, glasierte Möhren und Rotkohl als Gemüsebeilagen.

Das Dessert wiederum lockte Feinschmecker zum Beispiel mit Roter Grütze mit Vanillesauce, Herrentorte und Bayrischer Creme mit pochierten Portweinbirnen.

„Das Fleisch stellte uns Hessen-Forst zur Verfügung“, erläuterte Lehrer Christian Bräuning. Bereits am Montag wurde es zerlegt. Florian Ross, Azubi-Koch im Hotel „Zum Stern“, erklärte, dass das Wildfleisch dafür bereits seit mehreren Tagen vorbereitet wurde. „Ziel dieses Projektes war es, Hotelleben unter dem Motto ‚Jagd und Wald’ nachzustellen“, erklärte Lehrerin Stefanie Killmer, „und ich bin sehr stolz auf das, was die Schüler geleistet haben.“

Und sie hatte anscheinend auch allen Grund, zufrieden zu sein, denn die größtenteils in Grün gewandeten Gäste waren begeistert. „Unsere Erwartungen wurden um 100 Prozent übertroffen“, so Thomas Brückner, Leiter des Forstreviers Unterhaun-Sorga.

Von Torsten Goßmann

Kommentare