Junge Männer wegen Diebstahls und Einbruchs vor Gericht

Aussage gegen Aussage: Schüler trotzdem verurteilt

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Bad Hersfeld. Zwei Diebstähle hatte der Angeklagte gestanden, einen Wohnungseinbruch nicht: Dennoch wurde der 18-Jährige aus Rotenburg vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld wegen aller drei Taten verurteilt. Ein Jahr Jugendstrafe lautete das Urteil, in das eine Vorbelastung von sechs Monaten aus einem früheren Verfahren einbezogen wurde.

Die Strafe wird für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Schüler muss jedoch 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und einen Dauerarrest von einer Woche absitzen.

Offenbar im festen Glauben, dass ihm nichts nachgewiesen werden könne, wenn Aussage gegen Aussage steht, hatte der Heranwachsende bis zum Schluss abgestritten, im April vor zwei Jahren mit einem Komplizen in ein Wohnhaus in Rotenburg eingestiegen zu sein und dort eine Kamera, ein Tablet, einen Laptop und ein Fernglas im Wert von mehr als 4000 Euro gestohlen zu haben.

Doch der damalige Mittäter hatte sowohl bei der Polizei wie vor Gericht den Namen des Rotenburgers genannt. Ein Motiv, warum der Komplize den Schüler fälschlicherweise beschuldigt haben könnte, war für das Gericht mit seiner Vorsitzenden Michaela Kilian-Bock nicht erkennbar. Auch das angebliche Alibi des Angeklagten - Hilfsarbeiten beim Opa zur Tatzeit - war nach der Vernehmung des Großvaters nichts mehr wert gewesen.

Die Denkweise des Rotenburgers wurde auch in einem anderen Anklagepunkt deutlich: Hatte er zunächst sein Mitwirken am Diebstahl eines Tablet-Computers aus dem Schaufenster eines Geschäfts in Alheim-Heinebach standhaft geleugnet, so legte er unverhofft ein Geständnis ab - zwei Mittäter hatten zuvor in ihren Verfahren alles zugegeben, sodass hier nicht mehr nur „Aussage gegen Aussage“ stand.

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Von Karl Schönholtz

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