Handwerk bemüht sich um Nachwuchs – Jugendliche entdecken ihre Stärken

Schüler testen Berufe

Praxisluft schnuppern: von links Ausbilder Horst Rommel erklärt den Umgang mit Feile und Schraubstock mit Hauptgeschäftsführer Dirk Bohn und Schulkoordinatorin Simone Fetten. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Haupt- oder Realschule und was dann? Das heimische Handwerk will den Schülerinnen und Schülern bei der Beantwortung dieser Frage helfen: In Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Handel und Dienstleistungen in Bad Hersfeld hat die Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg rund 240 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen von verschiedenen Gesamtschulen im vergangenen Jahr zielgerichtet auf ihre Berufswahl vorbereitet. Das Handwerk wolle so dem Nachwuchsmangel entgegenwirken, heißt es in einer Pressemitteilung.

Stärken und Schwächen

Das Projekt fand an der Bebraer Brüder-Grimm-Gesamtschule, der Gesamtschule Niederaula und der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule statt. Es gehe in erster Linie darum, die Vorlieben, Stärken und Schwächen der Kinder zu ermitteln, erklärt Dirk Bohn, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg.

Mit einer sogenannten Potenzialanalyse sollte herausgefunden werden, welcher Beruf den Schülern wirklich liegt. So sollen die Schüler der 7. und 8. Klassen fundierte Anregungen für ihre Schulpraktika bekommen, die im 9. Schuljahr anstehen.

Die Schüler durften auch in den Räumen der Kreishandwerkerschaft und des Berufsbildungszentrums Metall an der Fuldastraße in Bad Hersfeld oder auf der Lehrbaustelle in Bebra Praxisluft schnuppern.

Seit dem vergangenen Jahr nutze die Brüder-Grimm-Gesamtschule Bebra das Angebot der Kreishandwerkerschaft, sagt die Schulkoordinatorin für Berufsorientierung, Simone Fetten. „Wir können feststellen, dass diese Art der Berufsvorbereitung bei Schülern und Eltern sehr positiv aufgenommen wird.“ Gleichzeitig sei das Angebot für die Vorbereitung auf das schulische Betriebspraktikum sehr sinnvoll und hilfreich.

Orientierungshilfe

Seit 2008 laden die Handwerker Klassen oder Gruppen zu Schnupperkursen in ihre Werkstätten ein. Im Jahr 2011 nutzten 180 Haupt- und Realschüler das Angebot. Waren es bis dato meist Jungen, die auf diesem Wege eine Orientierungshilfe für ihr späteres Berufsleben erhielten, so hat das Handwerk mittlerweile sein Beratungsangebot auch für weibliche Auszubildende gleichberechtigt ausgebaut.

Was die Schüler für ihr zukünftiges Berufsleben gelernt haben, können sie schwarz auf weiß nach Hause tragen: Jeder Teilnehmer erhält ein Zertifikat, in dem er nachlesen kann, wo seine Neigungen liegen, wo seine handwerklichen Fähigkeiten stecken und wo eventuell noch Nachholbedarf besteht.

Gefördert werden überbetriebliche Bildungsstätten und das Projekt durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. (red/sas)

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