AG „Grenzöffnung und Mauerfall“ der Geistalschule präsentiert Musiktheater

Schüler lassen Mauer einstürzen

Die bedrohliche Atmosphäre eines Verhörs vermittelten die Geistalschüler auf der Bühne zum Beispiel mit Schattenbildern. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Ein undurchdringlicher Zaun in unmittelbarer Nachbarschaft, der Deutschland in zwei Staaten mit unterschiedlichen Systemen teilte – für Jugendliche ist das heute Geschichte und nur schwer nachvollziehbar, was für ihre Eltern noch täglich erlebte Realität war. Ein Schülerprojekt der Gesamtschule Geistal hat sich mehrere Jahre lang unter Leitung von Holger Reuning intensiv mit dem Thema Grenzöffnung und Mauerfall auseinandergesetzt.

Die Jugendlichen haben mit Zeitzeugen gesprochen, die ehemalige Grenze erwandert, sind nach Berlin und Erfurt ins Stasi-Archiv gefahren und haben aus all diesen Informationen und Emotionen nicht nur ein Buch geschrieben (HZ berichtete), sondern auch ein Musiktheaterstück entwickelt. Dessen Uraufführung beeindruckte jetzt Eltern, Lehrkräfte und Mitschüler.

In lockerer Folge haben die Jugendlichen Szenen gestaltet, die sowohl die Unbekümmertheit westlicher Jugendlicher im Umgang mit der Grenze als auch das Gefühl ständiger Überwachung und Bedrohung durch staatliche Stellen deutlich machen. Sie erzählen eine Liebesgeschichte zwischen Ost und West und die damit verbundenen Schwierigkeiten, bringen die selbstbemalte Mauer zu Fall, sprechen die Konflikte nach der Öffnung der Stasi-Archive an und zeigen, dass das mit den blühenden Landschaften nicht so funktioniert hat, wie versprochen.

Die abwechslungsreiche Gestaltung, die aufwändigen Bühnenbilder, die sorgsam ausgesuchten und in ganz unterschiedlicher musikalischer Besetzung präsentierten Musikstücke machen auch für das Publikum spürbar, mit welcher Freude und Kreativität, aber auch großem zeitlichen Aufwand die Jugendlichen und ihr Lehrer an dem Thema gearbeitet haben.

Der Lohn war nicht nur herzlicher Beifall, sondern auch die Qualifikation für den Europawettbewerb, bei dem die Jugendlichen am 1. Juli in Wiesbaden ihre Arbeit noch einmal präsentieren können. Das verkündete Schulleiterin Andrea Zimmermann den Mädchen und Jungen nach dem Schlussapplaus. Beim Bundeswettbewerb erreichten die Geistalschüler mit ihrem Grenzöffnungs-Projekt den fünften Platz.

Von Christine Zacharias

AG Grenzöffnung und Mauerfall der Geistalschule

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