250 Dinge, die wir an der Region mögen (22): Heimkehrerdenkmal im Zellersgrund

Ein Schritt in Richtung Freiheit

Eine Mahnung zum Frieden ist das Heimkehrerdenkmal im Zellersgrund, das von Wilhelm Hugues gestaltet wurde. Foto: Manns

Bad Hersfeld. Das frühere Gasthaus „Waldschänke“ gab dem Gefangenen- und Zwangsarbeiterlager in Bad Hersfeld- Zellersgrund den Namen. Das Lager wurde gebaut, um im Zweiten Weltkrieg Kriegsgefangene der deutschen Wehrmacht dort unterzubringen. Es bestand überwiegend aus Baracken und beherbergte Gefangene aus mehreren Ländern. Polen, Russen, Franzosen und Italiener waren dort untergebracht und wurden auch als Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es als Durchgangslager für heimkehrende deutsche Kriegsgefangene umfunktioniert.

Für insgesamt 62 327 ausgezehrte, von viel Leid und Schmerzen gezeichnete, aus Kriegsgefangenschaft heimkehrende deutsche Soldaten, war die „Waldschänke“ ein entscheidender Schritt in Richtung Freiheit.

Zur Erinnerung an das Lager und und zur Mahnung an die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkrieges wurde auf Initiative des Heimkehrer- Kreisverbandes Hersfeld ein Denkmal in Auftrag gegeben. Der Bildhauer Wilhelm Hugues aus Hümme, (1905-1971) der selbst in Kriegsgefangenschaft geriet, schuf eine überlebensgroße Plastik aus Kupferblech. Sie stellt einen ausgezehrten Heimkehrer in Uniformmantel und Wintermütze dar, der die rechte Hand zum Gruß erhebt.

Mauer und Plastik

Zwischen zwei Wohnblöcken wurde eine Mauer errichtet und davor die Plastik aufgestellt. In der Mauermitte ist durch einige eingelassene Glasbausteine symbolisch das „Tor in die Freiheit“ dargestellt. Rechts sieht man einen Wachturm und beidseitig neben dem Tor symbolischen Stacheldraht in der Mauer.

Das Denkmal wurde anlässlich des zehnten Verbandstages des hessischen Heimkehrerverbandes im Mai 1960 eingeweiht.

Weil das Denkmal und die Mauer nach all den Jahren schon arg gelitten hatten, wurde 2007 umfassend saniert. Bei der Wiedereinweihung sagte der damalige Bad Hersfelder Bürgermeister Hartmut H. Boehmer: „Wir wollen hier an einen Ort erinnern, der von einem Ausflugsort für die Bad Hersfelder zu einer dunklen Stätte und dann wieder zum Hoffnungsschimmer wurde.“ So stand es am 26.September 2007 in der Ausgabe der Hersfelder Zeitung.

Auf einer Bronzetafel auf der rechten Mauerseite steht: „Völker der Welt, tretet ein für den Frieden.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Von Gerhard Manns

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