Technisches Hilfswerk organisiert ein Übungs-Wochenende für den Nachwuchs der Hilfsorganisationen auf dem Obersberg

Schreie der Verletzten hallen durch Katakomben

Verschüttet unter Geröll und verletzt sind die „Opfer“, die bei der Katastrophenschutzübung aus den Katakomben der Obersbergschule gerettet werden müssen. Foto:  Manns

Bad Hersfeld. Die Sirene heult durch die Waldhessenhalle am Obersberg, Jugendliche im blauen THW-Schutzanzug laufen durch die Gänge und eilen zum Einsatzort im Gewölbe unter der Obersbergschule. Dort herrscht ein gespenstisches Szenario, überall ragen die Betonsäulen der Fundamente des Schulgebäudes aus dem Erdreich, dazwischen Geröll und Steine und alles ist dunkel.

Fast reale Bedingungen

„Dieser Ort ist für uns wie geschaffen für eine solche anspruchsvolle Übung, hier kann jeder unter fast realen Bedingungen zeigen, was er gelernt hat“, betonen der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des THW Bad Hersfeld Fabian Dahinten und Zugführer Ludwig Pfahl beim Rundgang mit der Presse. Regelmäßig finden solche großen, bereichsübergreifenden Katastrophenschutzübungen für die Nachwuchskräfte der Hilfsorganisationen statt.

Im Halbdunkel hört und sieht man vor Schmerz schreiende Menschen, die teilweise verschüttet und von Steinen und Geröll eingeklemmt sind. Sie werden zunächst von den Helfern versorgt, aus den Trümmern gezogen und dann aus dem Gebäude getragen. In der Kommunikationszentrale und dem Lagezentrum laufen alle Fäden zur Koordinierung der Einsätze zusammen.

Nächster Ort, anderes Szenario: An der Unterkunft des THW in der Friedewalder Straße 34a muss im vernebelten Trümmergang nach Vermissten gesucht werden, eine Gruppe baut die Beleuchtung mit Stromgenerator und Flutlicht auf, das Jugendrotkreuz und die DLRG-Jugend sind mit dem Retten und Versorgen von Verletzten beschäftigt und die Jugendfeuerwehr bastelt unter der fachlichen Anleitung von Rudi Dahinten an einem Gerüst.

Mit großer Begeisterung sind die Jugendlichen bei der Sache. Davon überzeugen sich die als Gäste geladenen Beobachter, Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, SPD-MDL Thorsten Warnecke, Stadtbrandinspektor Thomas Daube und Kreisbrandmeister Martin Orf.

Feldküche aufgebaut

Die Waldhessenhalle gleicht einem großen Biwak, hier haben sich die Teilnehmer mit Feldbetten und Luftmatratzen zum Übernachten eingerichtet. Zur Verpflegung der Teilnehmer ist eine große Feldküche aufgebaut.

Diese Großveranstaltung findet bereits seit 2004 statt und dient der Optimierung der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Hilfsorganisationen.

Von Gerhard Manns

THW Übungs-Wochenende

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