Der Berliner Schauspieler Stefan Reck und seine ersten Erfahrungen mit Festspiel-Fans

Schon was erlebt in Hersfeld

Stefan Reck wird bei den Bad Hersfelder Festspielen den Geßler in Schillers „Wilhelm Tell“ spielen. Foto: Schönholtz

Berlin/Bad Hersfeld. Die besondere Beziehung der Hersfelder zu ihren Festspielen hat Stefan Reck (55) schon am eigenen Leib erfahren. Als unsere Zeitung den Schauspieler, der im kommenden Jahr als Geßler in Schillers „Wilhelm Tell“ und als Bassow in Maxim Gorkis „Sommergäste“ auf der Bühne der Stiftsruine stehen wird, in Berlin traf, konnte Reck schon mit einer Anekdote von seinem ersten Besuch in Bad Hersfeld aufwarten.

Warum keine Microports?

Als er sich nämlich vor einigen Tagen mit Intendant Holk Freytag an der Ruine verabredet hatte und am Bad Hersfelder Bahnhof kein Taxi zu bekommen war, erbot sich ein freundliches Ehepaar Reck bis zum Treffpunkt zu chauffieren. Unterwegs wurde er nach dem Zweck seines Besuches ausgefragt, und nachdem er sich und seine Rolle preisgegeben hatte, offenbarte sich auch das Ehepaar als Fans des Theaters in der Stiftsruine. Karten für die Stücke der bevorstehenden Spielzeit hätten sie sich schon besorgt, berichteten die beiden, doch sie wollten Reck doch noch eine Botschaft für den Intendanten mit auf den Weg geben: Könnten denn nicht bitteschön auch bei den Schauspielen Microports eingesetzt werden, damit die Texte in den hinteren Sitzreihen ebenfalls zu verstehen seien. Bei den Musicals ginge das doch so gut...

Reck, der gerade aus einem sehr erholsamen Urlaub aus der Abgeschiedenheit der spätherbstlichen Insel Usedom in die Hauptstadt zurückgekehrt war, freut sich aus zwei Gründen ganz besonders auf die Festspiele. Ganz allgemein sei „richtiges“, im Sinne von anspruchsvollem Theater im Gegensatz zur meisten Arbeit für das Fernsehen „etwas fürs künstlerische Seelchen“.

Prägendes Erlebnis

Und im Besonderen verbindet Reck mit den „Sommergästen“ sein persönliches Aha-Erlebnis. 1974 stand er nämlich in Berlin in einer langen Schlange vor der Schaubühne an, um eine Karte für Peter Steins legendäre Inszenierung des Gorki-Stücks mit Bruno Ganz zu ergattern. Er habe zwar schon vorher gewusst, dass er später einmal Schauspieler werden wolle, sagte Reck. „doch das war ein prägendes Erlebnis.“ interview

Von Karl Schönholtz

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