Der Bahnhof Bad Hersfeld ist seit der Sanierung nicht perfekt, aber besser als vorher

Die schönste Unterführung

Ausgezeichnet: Für die Neugestaltung des Bad Hersfelder Bahnhofs – hier die Unterführung zu den Gleisen – erhielten Stadt und Bahn einen Architektenpreis. Fotos:  Schönholtz

Bad Hersfeld. Das Schönste am Bad Hersfelder Bahnhof ist die Unterführung zu den Gleisen. Stilisierte Stadt- und Festspiel-Motive werden von Lichtern in wechselnden Farben angestrahlt – ein ästhetischer Genuss. Da stören auch die klappernden Bodenplatten nicht weiter.

Überhaupt ist der Bahnhof seit 2007 in einem vergleichsweise guten Zustand: Mit einem Kostenaufwand von 9,3 Millionen Euro wurden das Gebäude, die Bahnsteige und das Umfeld in viereinhalbjähriger Bauzeit gründlich saniert und neu gestaltet. Dafür gab es am Ende sogar die „Simon-Louis-du-Ry“-Plakette des Bundes Deutscher Architekten.

Vorausgegangen war eine schier unendliche Geschichte von Initiativen, den beklagenswerten Zustand des heruntergekommenen Bahnhofs endlich zu verbessern. Doch ebenso oft waren diese Bemühungen gescheitert. Der Gipfel der Umständlichkeiten war schließlich, als bereits bewilligtes Fördergeld vom Land wegen neuerlicher Verzögerungen verfiel.

Bei dem komplexen Bauprojekt mit mehr als einem Dutzend Beteiligter ist schließlich die Stadt Bad Hersfeld mit der Neugestaltung des Vorplatzes und des Omnibusbahnhofs vorausgegangen. Auch die Park + Ride-Anlage auf der Ostseite wurde samt Aufzug zur Unterführung in städtischer Regie gebaut.

Die Bahn zog schließlich mit der Modernisierung der Bahnsteige und dem Einbau zweier Aufzüge zu den Gleisen nach.

Als endlich auch das Innere des Bahnhofsgebäudes in einen zeitgemäßen Zustand versetzt war, fand sich lange kein Betreiber für den bereits fix und fertig eingerichteten Service-Store. Doch auch dieses Problem ist mittlerweile gelöst.

Und es gibt ein Reisezentrum der Bahn mit außergewöhnlich freundlichem und hilfsbereitem Personal.

Alles gut also am Bahnhof Bad Hersfeld? Nicht ganz. Der Warteraum im Gebäude ins unbeheizt, es gibt nur eine Bank als Sitzgelegenheit und keine Toilette. Die befindet sich außerhalb, ist automatisch und versagt gelegentlich. Auf den Bahnsteigen fehlen die Anzeigen.

Von Karl Schönholtz

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