250 Dinge, die wir an der Region mögen (93): Das Nentershäuser Rathaus

Ein schöner Arbeitsplatz

Ein wunderbarer Arbeitsplatz, auf den Bürgermeister Ralf Hilmes besonders stolz ist. Das Nentershäuser Rathaus. Foto: Manns

nentershausen. Das Rathaus in Nentershausen hat eine wechselvolle Geschichte. Im Jahr 1626 wurde es als Schulgebäude gebaut, später als Geschäftshaus genutzt und dann 1989 von der Gemeinde Nentershausen gekauft. Im Zuge der Dorferneuerung wurde es grundlegend saniert und umgebaut und am 3. Mai 1991 seiner Bestimmung übergeben. Und so ist aus dem einstmals tristen Schul-und Geschäftshaus eines der schönsten Rathäuser in unserer Region entstanden.

„Darauf sind wir natürlich besonders stolz und es ist für mich als Bürgermeister und die Bediensteten ein wunderbarer Arbeitsplatz, an dem man sich wohlfühlt“, das sagte Bürgermeister Ralf Hilmes bei einem Rundgang durch die Zimmer des Verwaltungsgebäudes, in denen das alte Gebälk freigelegt wurde und eine ganz besondere Atmosphäre herrscht. Ralf Hilmes ist seit 1. Januar 2007 Bürgermeister von Nentershausen, wurde von den Bürgern 2006 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt und trat diese am 1. Januar 2013 für die nächsten sechs Jahre an.

Natur und Geschichte haben das „Dorf im Walde“ reich gesegnet, so steht es in einer Kurzchronik, die neben der Tür zum Dienstzimmer des Bürgermeisters hängt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nentershausen im Jahr 1323 und das Dörfchen war damals überweigend durch die Landwirtschaft geprägt. Als im Richelsdorfer Gebirge im Jahr 1460 mit dem Abbau von Kobalt, Kupfer und Schwerspat begonnen wurde, nutzten viele Bürger die Möglichkeit mit der Arbeit im Bergbau, neben der Landwirtschaft sich ein zweites Standbein zum Lebensunterhalt zu sichern. Der Bergbau wurde 1966 eingestellt und seither erinnern nur noch die Abraumhalden, die Eingänge zu den Stollen und die alten Gebäude an die Zeit.

Neben der Gerichtslinde

Das Schicksal von Nentershausen war stark mit dem der Familie von Baumbach und ihrer Tannenburg verbunden, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Die Familie von Baumbach besaß in Nentershausen die hohe und niedere Gerichtsbarkeit. 1578 mussten die von Baumbachs die höhere Gerichtsbarkeit an den Landgrafen abgeben. 1806 wird auch die niedere Gerichtsbarkeit aufgehoben. An diese Zeit erinnert die mittlerweile ca. 600 Jahre alte schöne Dorf- oder auch Gerichtslinde auf dem Platz vor dem Rathaus. Die Linde ist als Naturdenkmal geschützt. Sie bildet den Mittelpunkt des Marktortes und des staatlich anerkannten Luftkurortes Nentershausen.

Mit diesem Rathaus ist auch der Name des Vorgängers des amtierenden Bürgermeisters Ralf Hilmes sehr stark verknüpft. Lothar Schmidt war 23 Jahre, von 1983 bis 2006, Bürgermeister von Nentershausen. Vorher hatte er schon mit 15 Jahren eine Lehre bei der Gemeindeverwaltung begonnen und arbeitete unter anderem als Kassenverwalter. Insgesamt war Lothar Schmidt 44 Jahre für die Gemeinde Nentershausen als Verwaltungsangestellter und Bürgermeister tätig. In seiner Amtszeit wurde das Rathaus von der Gemeinde erworben und zu diesem schönen Verwaltungsgebäude umgebaut.

Von Gerhard Manns

Kommentare