Mitarbeiter des Klinik-Traumazentrums üben mit dem DRK für den Notfall

Schock – jede Minute zählt

Bad Hersfeld. Seit sechs Wochen trainieren die Mitarbeiter des Rettungsdienstes und des Klinikums Bad Hersfeld die Patientenübergabe bei Traumanotfällen.

Wichtig ist die Versorgung von Schwerverletzten im Schockraum, dem „innerklinischen Erstversorgungsort“ nach der Stabilisierung durch den Rettungsdienst. Manchmal sind Ärzte aus fünf Fachabteilungen gleichzeitig beim Patienten im Schockraum.

„Lebenswichtige Entscheidungen müssen in kürzester Zeit getroffen werden und sollten trotzdem hundertprozentig sein“, sagt Dr. Rüdiger Volkmann, Chefarzt, der Unfallchirurgie und Orthopädie. „Das geht nicht ohne Üben und das Training darf natürlich nicht am echten Patienten erfolgen.“

Zertifiziert

Nach einem Unfall mit Schwerverletzten zählt im Schockraum jede Minute. Insbesondere bei polytraumatisierten Patienten spielt die Zeit bis und während der Erstversorgung eine wesentliche Rolle. Unter einem Polytrauma versteht man die gleichzeitige Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organsysteme, wovon eine oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist.

Fiktive Fälle schwerstverletzter Patienten werden nachgestellt und anschließend besprochen. Mittels einer Stoppuhr misst Axel Gassen, Unfallchirurg am Klinikum, die Zeit, welche für die Bearbeitung eines Falles, verstreicht.

„Eine schnelle, strukturierte Übergabe vom Rettungsdienstteam zum weiter betreuenden Arzt in der Klinik sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist unerlässlich, damit die Überlebenschancen für die Verletzungsopfer steigen“, sagt Mike Heckroth, Lehrrettungsassistent des DRK.

Der diensthabende Chirurg ist für den Notarzt der erste Ansprechpartner, wenn Traumapatienten ins Krankenhaus gebracht werden. Dafür gibt es extra ein „Traumahandy“. Der Chirurg benachrichtigt sofort alle Mitarbeiter, die für die Versorgung des Patienten benötigt werden. „Damit minimieren sich die Wartezeiten, erklärt Chefarzt Volkmann.

Im deutschlandweiten Traumanetzwerk wird zwischen drei Versorgungsstufen unterschieden: lokales, regionales und überregionales Traumazentrum. Das Klinikum Bad Hersfeld garantiert als regionales Traumazentrum zusammen mit dem Klinikum Fulda als dem überregionalen Traumazentrum die optimale ortsnahe Versorgung von Schwerstverletzten.

www.klinikum-hef.de

www.drk-hersfeld.de

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