23-Jähriger wegen Vollrausches verurteilt

23-Jähriger wegen Vollrausches verurteilt: Geldstrafe

Bad Hersfeld. Wegen fahrlässigen Vollrausches verurteilte Einzelrichter Alexander Baumann einen 23 Jahre alten Mechatroniker aus Ludwigsau zu einer Geldstrafe von 1800 Euro.

Der junge Mann hatte am 5. Juni vergangenen Jahres bei einer Kirmesveranstaltung in Wüstfeld gegen 3.55 Uhr im volltrunkenen Zustand einen 20-jährigen Maurerlehrling aus Bad Hersfeld mit einem Bierglas zunächst auf den Kopf geschlagen und mit den Scherben dann gegen den Hals gestochen.

 Der acht Millimeter lange, oberflächliche Schnitt lag dicht neben der Schlagader.

„Ist mir unbegreiflich“

Der Angeklagte, bei dem die Polizei anschließend bei einem Alcotest 3,09 Promille festgestellt hatte, konnte sich im Nachhinein an nichts mehr erinnern. „Es ist mir unbegreiflich, es tut mir schrecklich leid“, sagte der Angeklagte, der normalerweise nicht solche Mengen Alkohol konsumiert.

Der Maurer, der mit 1,4 Promille zu dieser späten beziehungsweise frühen Kirmesstunde auch alles andere als nüchtern war, berichtete von der Attacke aus heiterem Himmel: Der Ludwigsauer habe ihm erst ein Glas Bier ins Gesicht geschüttet und dann gleich zugeschlagen. Einmal habe er zurückgeschlagen, dann aber sei der Stich gegen seinen Hals gekommen.

Ob der Auseinandersetzung ein Streit vorausgegangen war oder ob ein kurzes Gespräch des Hersfelders mit der Freundin des Angeklagten Anlass zum Ausrasten war, das ließ sich vor Gericht nicht mehr klären.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass der Ludwigsauer wegen der hohen Alkoholisierung nicht wegen gefährlicher Körperverletzung bestraft werden konnte. Quasi als Ersatz sieht das Gesetz dann eine Rauschtat vor.

Das Urteil von Richter Baumann lag etwas unter den Anträgen von Oberamtsanwalt Gerhard Wittich und Nebenklage-Vertreter Thomas Rath. Verteidiger Marius Götzel hatte für eine Verwarnung unter Strafvorbehalt plädiert, also für eine „Geldstrafe auf Bewährung“.

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