Theater „mimikri“ zeigte ein zauberhaftes Schneiderlein

Schnipp-schnapp-Held

Neben Christiane Burkard (rechts) als tapferes Schneiderlein brillierten Manuela Stüßer (links) und Daniel Wagner (Mitte) in gleich mehreren Rollen. Foto: Hettenhausen

bad hersfeld. Wie ein Schneiderlein zum mutigen Helden wird, erlebten am Sonntagnachmittag in der Stadthalle viele Kinder, die mit ihren Mamas und Papas, Omas und Opas gekommen waren. Das Theater „mimikri“ aus Büdingen präsentierte das Märchen vom „Tapferen Schneiderlein“ im Rahmen einer Veranstaltungsreihe anlässlich der nordhessischen Brüder-Grimm-Entdeckertage.

Sieben auf einen Streich

„Held gesucht“ ruft der Schlosskanzler verzweifelt im Königreich aus. Keiner meldet sich. Stark und mutig soll er sein – und von edler Herkunft. So ein kleines Schneiderlein wie der Felix, der in seiner Kammer sitzt und fleißig die Röcke reicher Herren näht, passt so gar nicht in das Heldenschema. Doch Felix wächst über sich hinaus, nachdem er den Kampf gegen sieben aggressive Fliegen mit einem großen Tuchlappen gewinnt und damit erfolgreich sein Pflaumenmusbrot verteidigt.

Stolz auf sich selbst, sollen nun alle von seiner Tat erfahren. „Sieben auf einen Streich“ steht deshalb auf seinem Gürtel, als er bewaffnet mit Maßband, Schere und Fingerhut in die Welt hinauszieht. Was hat er für ein Glück, dass die Prinzessin keine Helden mag, „die nur mit den Schwertern klappern und darüber schnattern“. Sind die Muskeln stark, sei im Kopf nur Quark, behauptet sie und verliebt sich deshalb in den Felix. Der schafft es, die ihm vom König gestellten Aufgaben zu bewältigen: Er vertreibt die singenden Riesen Zack und Bumm mit gezielten Apfelgeschossen, fängt das magische Einhorn, das betörende Lieder durch die Nacht singt, die keiner hören darf, und gewinnt zuletzt den Kampf gegen das rauflustige Wildschwein. Dafür bekommt er 500 Dukaten, das halbe Königreich und Prinzessin Sophia.

An sich selbst glauben

Die Geschichte über die Probleme eines Helden, der glaubt einer zu sein, dann aber zweifelt und schließlich doch einer ist, sollte dem Theaterpublikum folgende Botschaft mit auf den Weg geben: „Der Glaube an euch selbst ist wichtig“.

Die Inszenierung begeisterte mit vielen drolligen Einfällen. Die lustigen Kostüme, die Frisur der Prinzessin, liebevolle Masken, die bunte Kulisse, witzige Sprüche und schwungvolle Live-Musik, wie zum Beispiel beim „Schnipp-schnapp-Lied“, machten die Aufführung zu einem vergnüglichen Bühnenabenteuer für die ganze Familie. Mehrmals gab es zwischendurch Applaus, am Ende brachte das Publikum seine Begeisterung dann lautstark zum Ausdruck.

Von Vera Hettenhausen

Kommentare