Sechstklässler der Geistalschule erlebten spannende Verkehrserziehung im Zirkeltraining

Schnell ist es passiert

„Gefahren im Straßenverkehr erkennen und schnell reagieren“ – mit Lothar Patan (links) und Georg Kindel (sitzend) sowie dem Simulationsprogramm von der Kreisverkehrswacht konnten die Sechsklässler der Geistalschule, allen voran der elfjährige Niklas Büchner, ausprobieren, wie fit sie sind. (Hinten von links: Reinhold Bless, Leiter der Kreisverkehrwacht, Kriminaldirektor Klaus Wittich, Leiter der Kreis-Polizeidirektion.) Foto:  Hettenhausen

Bad Hersfeld. Gefahren lauern im Straßenverkehr überall – egal ob man sich auf der Straße oder auf dem Bürgersteig bewegt. Ein gutes Reaktionsvermögen und richtiges Einschätzen von Gefahrensituationen sind deshalb wichtig, um sicher und gesund zum Ziel zu kommen. Seit einigen Jahren bietet das Polizeipräsidium Osthessen Aktionstage in Hersfeld-Rotenburg zum Thema Verkehrssicherheit in Schulen an. Jetzt fand zum ersten Mal eine solche Veranstaltung in der Geistalschule statt.

137 Sechstklässler

Als unerlässliche Kooperationspartner waren die Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg und das Deutsche Rote Kreuz Bad Hersfeld dabei. Unter dem Motto „Zu Fuß und auf Reifen – Verkehr sicher begreifen“ wurden 137 Sechstklässler angesprochen. Der amtierende Schulleiter Ulrich Eckhardt versprach seinen Zuhörern in der Aula einen erlebnisreichen Vormittag, der mindestens genauso viel Spaß mache wie die Mathematik. Sicherlich fanden die Kinder die folgenden Stunden doch interessanter als Rechenaufgaben.

Eckhardt begrüßte unter anderem von der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg den Leiter, Kriminaldirektor Klaus Wittich, den Pressesprecher Manfred Knoch, vom Polizeipräsidium Osthessen den Präventionsleiter Karl-Heinz Hoffmann und Verkehrssicherheitsberaterin Simone Kirschbaum sowie den Vorsitzenden der Kreisverkehrwacht, Reinhold Bless.

Rote Bescherung

Das Programm begann sehr anschaulich. Als Rolf Kettner von der Polizei eine kopfgroße Melone mit Baseballkappe in der Aula zu Boden fallen ließ und die Schüler die „rote Bescherung“ sahen, ist ihnen die Lust auf helmfreies Fahren sicher vergangen.

„Wir wollen Prävention lebendig machen“, sagte Pressesprecher Manfred Knoch. Dazu wurden in zwei Zirkeln jeweils fünf Stationen aufgebaut. Bei der Station der Verkehrwacht stieg der elfjährige Niklas Büchner als erster auf das Simulationsrad und strampelte los. Auf dem Bildschirm liefen plötzlich spielende Kinder auf die Straße. Jetzt musste Niklas schnell reagieren. „Ich habe gelernt, dass man auf vieles achten muss, damit man schon vorher sieht, was schlimmstenfalls passieren kann“, bekannte er nach seiner Übungsfahrt. „Diese Simulationstechnik, die auf dem neuesten Stand ist, ist genau richtig für diese Altersgruppe“, versicherte Reinhold Bless von der Kreisverkehrswacht.

Mit der „Rauschbrille“ überraschte Simone Kirschbaum die Kinder. Wie sieht man mit 0,5 bis 0,8 Promille im Blut? Den Kindern wurde bewusst, wie eingeschränkt ihre Reaktionen und Handlungen plötzlich sind. Sie konnten nicht mehr Farben erkennen, Gegenstände aufheben oder sich drehen.

Wiederbelebung

Wie die Wiederbelebung eines Menschen mit einem Defibrillator funktioniert, wie jemand, der bewusstlos ist, schnellstens versorgt und in die stabile Seitenlage gebracht werden muss, dies alles erklärten die Mitarbeiter vom DRK. „Als erstes muss man aber meinen Papa anrufen“, wusste Niklas Göbel, „den erreicht man nämlich unter der 112 auf der Leitstelle des DRK“. Eigentlich müsse es in den Schulen für jede Jahrgangsstufe solche Aktionstage geben, wünschte sich Reinhold Bless für die Zukunft.

Von Vera Hettenhausen

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