Ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner zu Gast bei der SPD Bad Hersfeld

Schnell und gut entscheiden

Neujahrsempfang der SPD Bad Hersfeld: Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner übt mit den Besuchern schnelle Entscheidungen. Foto: nh

Bad Hersfeld. Zum Jahresanfang begrüßten der Bad Hersfelder SPD-Chef Karsten Vollmar sowie Bernd-Paul Schmalbauch vom Ortsverein Petersberg/Hohe Luft gut gelaunt neben Vertretern aus Vereinen, Politik, Wirtschaft sowie der Kirchen auch den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner aus Hofheim/Taunus zum Neujahrsempfang der Sozialdemokraten.

Der 51-Jährige referierte launig und unnachahmlich zum Thema „Entscheiden in Stress-Situationen“ und wusste dabei die Gäste zu überzeugen.

Wie schafft es ein Schiedsrichter, in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung zu treffen und diese dann einem Millionenpublikum „zu verkaufen“? Welche (gleichen) Mechanismen bei Entscheidungen in Stresssituationen gibt es im Berufs- und Privatleben und wie kann man sich darauf einstellen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab der mit 197 Bundesligaspielen erfahrene Wagner, der nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn nunmehr Ausbilder der DFB-Schiedsrichter ist.

„Schiedsrichter und Politiker haben vieles gemeinsam: Auch auf dem Platz muss man die richtige Stimmung aufgreifen, um richtige Entscheidungen treffen und transportieren zu können“, sagte Wagner. Mit Witz, Charme aber vor allem eindrucksvollen Beispielen wurde der Vormittag aufgelockert, die Gäste konnten mit gelben und roten Karten selber zur Tat, das heißt zur Entscheidung, schreiten. Nicht nur einmal wurde dem Publikum dabei vor Augen geführt, wie schwierig es doch sein kann, richtig zu liegen.

Lutz Wagner hält mittlerweile europaweit Vorträge zu diesem und anderen Themen bei Banken, Versicherungen und anderen Organisationen. Dafür arbeitet er mit Universitäten und Führungsakademien zusammen, um seine Aussagen auch wissenschaftlich absichern zu können.

Nach dem Vortrag waren es Fragen zum Videobeweis im Fußball, zum medialen Druck auf Spieler und Schiedsrichter aber auch zum ganz persönlichen Umgang mit Stress in entscheidenden Situationen, die auch bei den Gästen bleibenden Eindruck hinterließen.

Gemeinsamkeiten

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Karsten Vollmar bezog sich in seinem Schlusswort auf die Gemeinsamkeiten zwischen Politik und Fußball-Bundesliga. „Der Blick eines Schiedsrichters und Entscheiders hinter die Kulissen hat klar gemacht, dass wir uns mit durchaus ähnlichen Phänomenen beschäftigen“, so Vollmar. „Während auf dem Sportplatz in Bruchteilen einer Sekunde die richtige Entscheidung zu treffen ist, hat die Politik zwar mehr Zeit – aber letztlich die gleiche, schwierige Aufgabe: Allen Beteiligten eine Lösung zu präsentieren, die nicht immer alle zufrieden stellt, aber unverzichtbar ist“, so Vollmar abschließend. (red/zac)

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