Drei auf einen Streich: Kurbetrieb der Stadt, Festspiele und Stadtmarketing in Berlin

Schneiderleins Erwachen

Bad Hersfeld. Seine Erweckung aus dem Märchenbuch erlebte auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) der neue Fremdenverkehrsbotschafter der Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld.

Jürgen Schierz vom Stadtmarketing-Verein und Kurdirektor Christian Mayer ließen auf der weltgrößten Tourismus-Messe das leibhaftige Tapfere Schneiderlein auf die 111 0000 Fachbesucher und 180 000 Schaulustigen los, die fünf Tage die Hallen unterm Funkturm durchstreiften.

Auf dem Stand der Nordhessen-Touristik zückten die heimischen Fremdenverkehrsfachleute unter 11 000 Ausstellern aus 188 Ländern alle Trümpfe, die die Stadt mit dem Kurbereich, den Festspielen, der im Aufbau befindlichen Wissens- und Erlebniswelt Wortreich und der Verbindung zu den Märchen der Gebrüder Grimm in der Hand hält.

Die Dachmarke Grimm hat auch Bad Hersfeld für sich entdeckt. Während anderer Regionen auf Dornröschen von der Sababurg oder das Rotkäppchen aus der Schwalm setzen, schickte Bad Hersfeld erstmals die Figur des tapferen Schneiderleins ins Rennen um die Publikumsgunst. Der Berliner Schauspieler Lutz Jahr schlüpfte für das Stadtmarketing in das typische Kostüm des wackeren Schneiders, der im Märchen mit der Großtat Karriere machte, sieben (Fliegen) auf einen Streich erlegt zu haben.

Mit typischer Fellmütze (dem Gimmer), blauer Joppe, dem selbst gestickten Gürtel und grüner Hose zog der Darsteller nicht nur die Blicke der Besucher, sondern auch des Fachpublikums auf sich, berichtet Jürgen Schierz vom Stadtmarketing-Verein.

Der Darsteller gab als typischer Prahlhans Episoden aus seinem vorgeblichen Heldenleben zum Besten. Als Attraktion durften die Besucher beim Fliegenkegeln ihr Glück versuchen oder mit 1,80 Meter großen Nähnadeln Mikado spielen.

200 Fliegenpatschen

200 Fliegenpatschen gab es als Preise und Erinnerung an den Messeauftritt, den Werbedesigner Dieter Jung aus Ludwigsau mit Ideen und in Person von Jakob Grimm unterstützte.

„Der Zulauf war enorm“, berichtet Jürgen Schierz. Selbst Sonnenklar-TV aus dem Fernsehen nahm sich Zeit und drehte einen Filmbeitrag zu dem aufstrebenden Märchenland. Es komme nun darauf an, die Idee mit märchenhaften Angeboten zu untermauern, meint Schierz. Hier setzt die Stadt große Hoffnungen auf die Abrundung des passenden kulinarischen Angebots durch Rotenburg und Friedewald. Als Event ist dabei eine Wildsauen-Hatz im Seulingswald nach Art des Schneiderleins im Gespräch.

An einem Tag machte Ina Rumpf, die neue Pressesprecherin der Bad Hersfelder Festspiele, Werbung für das Sommertheater. An der Seite der Kasseler Documenta untermauerte das Bad Hersfelder Messeteam den kulturellen Anspruch der Stadt.

Einen ganzen Stapel von Visitenkarten von Reiseveranstaltern brachte Jürgen Schierz mit. Neue Kontakte, die sich in den Angeboten und Katalogen des Jahres 2012 wiederfinden sollen.

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Von Kurt Hornickel

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