Reinhard E. Matthäi liest an verschiedenen Orten der Stadt Märchen im Grimmjahr

Schneiderlein soll aus Hersfeld stammen

Liest Märchen: Reinhard E. Matthäi. Foto: nh

Bad Hersfeld. “Märchen sind unser ältestes Testament“ zitierte Reinhard E. Matthäi im Veranstaltungsraum des „wortreich“ zu Beginn seiner Märchenlesung den Schriftsteller Martin Walser. Walser, der am gleichen Tag zum literarischen Frühling in Frankenberg las, erläuterte unter anderem in einem Gespräch über die Grimms, dass Märchen nicht zu hinterfragen seien, man nicht wisse, was sie mit einem machen. Märchen lese man wie das Alte und das Neue Testament.

Das Grimmjahr geht natürlich auch an Bad Hersfeld nicht vorbei, ist diese Stadt doch gewissermaßen mit eingebunden. So sagt man, dass das „Tapfere Schneiderlein“ aus Hersfeld stamme und in der Oberen Frauenstraße, gleich an der Ecke zum Marktplatz seine Schneiderwerkstatt gehabt haben soll. Erkennen kann man das heute noch an der über der Tür hängenden Schneiderschere.

Der Schneider mit seiner Schere sei oft Bild scharfen Verstandes, er kämpfe mit List und Anpassungsfähigkeit und „mache mit Kleidern Leute“.

Matthäi las anschließend auch in einem Kreis von Grimm-Literatur–Interessierten und natürlich vor Kindern, die das „wortreich“ besuchten, das Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ passend für Bad Hersfeld vor. Er betonte, die Moral von der Geschichte sei, dass auch der Schwache, wenn er nur selbstbewusst und einfallsreich sei, Großes erreichen könne. (red/kam)

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