Jugendschöffengericht verurteilt drei junge Rotenburger

Schlussstrich unter den Azzlack-Terror

Bad Hersfeld. Mit der Verurteilung von drei jungen Männern aus Rotenburg wegen Körperverletzungen und anderer Straftaten zog das Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld gestern einen vorläufigen Schlussstrich unter den monatelangen Terror, mit dem eine Bande von Jugendlichen die Fuldastadt zeitweise in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Die drei Angeklagten im Alter von 17 bis 20 Jahren gehörten den sogenannten Azzlacks (Jugendsprache für „asozialer Kanake“, verschiedene Schreibweisen möglich) an, einer vielköpfigen, locker organisierten Gruppe, die in der ersten Hälfte dieses Jahres durch eine ganze Serie von Gewalttaten, Diebstählen und Sachbeschädigungen aufgefallen war. Mit der Ermittlung der Haupttäter durch die Polizei war der böse Spuk jedoch zu Ende.

Im konkreten Verfahren ging es um sechs Vorfälle aus dem Zeitraum Februar bis Mai. Dreimal wurden in der Rotenburger Innenstadt Passanten grundlos attackiert, mit Fäusten geschlagen und Füßen getreten, einmal ging es unter Jugendgruppen zur Sache – unter wechselnder Beteiligung der Angeklagten. Hinzu kamen ein Einbruch in den Keller eines Wohnhauses und das Einschlagen einer Fensterscheibe, wobei sich der Täter selbst verletzte. So rabiat sich die drei jungen Männer in der Gruppe gezeigt hatten, so lammfromm saßen sie gestern im Gerichtssaal. Ihre ausführlichen Geständnisse machten sogar die Vernehmung von Zeugen überflüssig.

Am härtesten traf es am Ende den 20-Jährigen, der für drei Körperverletzungen und weitere Taten zu einem Jahr Jugendstrafe und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde. Beim zweiten Haupttäter bleibt die Entscheidung über eine Jugendstrafe für anderthalb Jahre ausgesetzt. Der 18-Jährige muss sich einer Drogentherapie unterziehen und 120 Stunden arbeiten. Der dritte Angeklagte, 17 Jahre alt und eher ein Mitläufer, muss einen vierwöchigen Dauerarrest absitzen. hintergrund/zum Tage

Von Karl Schönholtz

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