Im Bad Hersfelder Museum erinnert eine Ausstellung an die „Hersfelder Kreisbahn“

Schlussakt nach 100 Jahren

Fotos, Fahrpläne und eine Modellbahn haben die Hersfelder Eisenbahn-Freunde für ihre Ausstellung über die Geschichte der Hersfelder Kreisbahn zusammengestellt. Auf unserem Foto präsentieren (von links) Vorsitzender Fritz Eisenhuth, Rudi Schade, Hans-Otto Kurz und Dr. Lothar Steinke eine filigran gezeichnete, farbige Flurkarte des Bereiches um den Bahnhof von 1913. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Am 30. Dezember 1993 war Schluss. Da fuhr die Hersfelder Kreisbahn ein allerletztes Mal. Ihren ursprünglichen Namen hatte sie da schon in „Hersfelder Eisenbahn-Gesellschaft“ geändert, doch auch das hatte die finanziellen Probleme nicht gelöst.

Wenn ab dem kommenden Sonntag, 3. Oktober, eine neue Ausstellung im Bad Hersfelder Museum an dieses Kapitel lokaler Eisenbahngeschichte erinnert, dann gibt es dafür dennoch einen aktuellen Anlass: Vor wenigen Tagen erst, am 25. September 2010, erlosch die auf 100 Jahre ausgestellte Betriebserlaubnis für die Kreisbahn.

Der Verein der „Hersfelder Eisenbahn-Freunde“ hat für die Ausstellung im Dachgeschoss des Museums nicht nur zahlreiche Fotos von Loks, Wagen, Bahnhöfen und Wartehäuschen zusammengestellt, sondern auch eine Fülle von Dokumenten und Erinnerungsstücken.

Lokführer Kaspar Kurz

Erhalten ist beispielsweise der Fahrplan von der Einweihung am 26. September 1912 mit Lokführer Kaspar Kurz, Vater des Friedloser Hobby-Historikers Hans-Otto Kurz. Zwischen eineinviertel und anderthalb Stunden benötigten die Züge seinerzeit für die 26 Kilometer lange Strecke bis Heimboldshausen.

Nach der deutschen Teilung gewann die Kreisbahn an Bedeutung, als über sie zeitweilig sogar komplett die Produkte der Kaliwerke im Werratal abtransportiert und damit die Arbeitsplätze der Kali-Kumpel gesichert wurden.

Nicht mehr rentabel

Transitvereinbarungen mit der DDR in den siebziger Jahren ließen diese Einnahmequelle der Kreisbahn allmählich versiegen. Der Personenverkehr war zu dieser Zeit schon längst nicht mehr rentabel. Am Ende nützten auch der neue Name und die Beteiligung des Landes Hessen nichts mehr.

Heute sind große Abschnitte der ehemaligen Bahntrasse ein beliebter Rad- und Spazierweg.

Im Museum haben die Eisenbahn-Freunde auch eine große Modellanlage aufgebaut, auf der sie Nachbauten der Kreisbahn-Loks und -Wagen fahren lassen. Vorführungen sind jeweils Freitag, Samstag und Sonntag von zehn bis zwölf und 15 bis 17 Uhr.

Die Ausstellung „Hersfelder Kreisbahn“ wird am Sonntag, 3. Oktober, um 11.30 Uhr durch den Vereinsvorsitzenden Eisenhuth und Stadträtin Birgit zum Winkel eröffnet. Zu sehen ist die Kreisbahn-Geschichte dann bis zum 22. November dienstags bis sonntags von zehn bis zwölf und von 15 bis 17 Uhr.

Von Karl Schönholtz

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