Feuerwehrleute probten in der mobilen Brandsimulationsanlage den Ernstfall

Im Schlund des Drachen

Realistische Bedingungen: Unter Atemschutz übten die Aktiven der Feuerwehren im Kreis in der mobilen Simulationsanlage in Bad Hersfeld den Ernstfall. Fotos: Eisenberg

Bad Hersfeld. Fauchend rollt eine Flammenwalze über die Feuerwehrleute hinweg. Die kauern unter Atemschutz und mit dem Strahlrohr in der Hand auf dem Boden des dunklen Raums. Kurz darauf steht auch die Treppe in Flammen, über die der Trupp ins innere des Gebäudes gelangt ist. Und auch aus einer Friteuse schlagen hohe Flammen.

Matthias Biber und Andre Lippisch haben von ihrem Leitstand aus jede Bewegung der Feuerwehrleute genau im Blick. Die befinden sich in keinem echten Einsatz, sondern in der mobilen Brandsimulationsanlage der Firma Dräger. Der Simulator mit dem Namen Fire-Dragon (zu deutsch Feuer-Drache) war in der vergangenen Woche wieder auf dem Gelände der Bad Hersfelder Hauptfeuerwache im Einsatz.

Alle drei Jahre, erklärt Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar, ergänze der Brandcontainer die Ausbildung in der Atemschutzstrecke. Das Angebot richte sich in erster Linie an junge Einsatzkräfte, die gerade erst zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet wurden und die im Simulator Routine für den Einsatz gewinnen sollen. Aber auch von erfahrenen Einsatzkräften werde die Anlage zum Training genutzt.

Während der Übungswoche seien die Kompetenzen ehrenamtlicher Kreisausbilder gefragt, betont Dittmar. Bevor die nächsten Einsatzkräfte in voller Montur von oben in den Container einsteigen, spricht Uwe Schmidt mit ihnen das Szenario durch. Zudem wird die Übung, wie auch jeder Einsatz, im Atemschutzheft vermerkt.

Auch Kleinigkeiten wie ein offener Tragegurt entgehen den wachsamen Augen von Matthias Biber und Andre Lippisch aus ihrem Leitstand nicht. Über Funk sind sie mit den Feuerwehrleuten verbunden.

Fettbrand

„So ist das eigentlich nicht gedacht“, kommentiert Lippisch, als einer der Feuerwehrleute den Wasserstrahl auf das Modell der brennenden Friteuse richtet. Die folgende Fettexplosion simuliert Lippisch per Knopfdruck. Die Flammen des Drachen werden dabei aus Gasflaschen gespeist. Im Anschluss an die Übung besprechen Ausbilder und Einsatzkräfte, was gut und was weniger gut gelaufen ist.

„Die Fehler, die man hier macht, macht man im Einsatz nicht mehr“, weiß Andre Lippisch aus Erfahrung.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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