21-Jähriger muss drei Jahre in Jugendhaft absitzen

Er schlug mit dem Schlagstock zu

Bad Hersfeld. Wegen mehrfacher Körperverletzung muss ein 21-jähriger Hersfelder für drei Jahre in Jugendhaft. Das hat das Amtsgericht in Bad Hersfeld jetzt entschieden. Der arbeitslose junge Mann sitzt jedoch bereits seit einem halben Jahr wegen zwei vorhergehender ähnlicher Verurteilungen in einem Jugendgefängnis in Wiesbaden ein. Seine Strafe von bislang zwei Jahren und zwei Monaten hat Richter Dr. Rolf Schwarz während der jüngsten Verhandlung noch um zehn Monate verlängert. Er hatte gestanden, in drei Fällen bei Auseinandersetzungen handgreiflich geworden zu sein.

Eskaliert ist unter anderem ein Streit mit der damaligen Freundin des Angeklagten am Valentinstag 2009. Das 16-jährige Mädchen aus Bad Hersfeld wollte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. Als deren Schwester und Lebensgefährte dann vor der Tür des Paars standen, flippte der 21-Jährige aus. Er ging auf den anderen Mann los, verletzte ihn im Gesicht. Ein weiterer Schlag traf die schwangere Schwester der Ex-Freundin im Unterleib. „Unabsichtlich“, versicherte der Anwalt des Angeklagten. Der 21-Jährige habe den Mann treffen wollen. Obwohl die werdende Mutter Schmerzen hatte, ist dem Kind nichts passiert.

Als seine Ex-Freundin dann schließlich aus der Wohnung in das Auto ihrer Schwester geflüchtet war, zerrte der aggressive Ex-Freund sie wieder aus dem Wagen. An den Haaren. Er sei der Meinung gewesen, dass er selbst sie weg bringen müsse, erklärte der Anwalt.

Ähnlich ist der 21-Jährige bei einem Streit einige Monate später mit seiner Schwester umgegangen. Da der von Drogen abhängige und psychisch erkrankte Mann fand, sie habe sich in der Öffentlichkeit beim Tanzen zu freizügig gegenüber einem anderen Mann gezeigt, folgte er ihr in ihre Wohnung. Schon auf der Straße vor dem Haus eskalierte der Streit. Der 21-Jährige packte seine Schwester an den Haaren und schubste sie. Die Frau befreite sich und stürzte zur Wohnungstür hinein, woraufhin der Angeklagte eine Scheibe zerschmetterte, um ins Haus zu kommen.

Zu diesem Zeitpunkt sei jedoch der Streit schon beendet gewesen. „Ich wollte nur in die Wohnung, weil ich auf meinen Cousin aufpassen musste“, sagte der Angeklagte während der Versammlung. Währenddessen hatte der Hausmeister schon die Polizei gerufen und wollte den Hersfelder festhalten, bis die Beamten eintreffen, doch er riss sich los und verletzte den Mann dabei an der Hand.

Schlimmere Verletzungen hat sich ein Mann bei der dritten Prügelei zugezogen, wegen der der Drogenabhängige vor dem Amtsgericht Hersfeld stand. Nachdem er an Lolls Alkohol und eine Mixtur mehrerer Drogen konsumiert hatte, mischte sich der 21-Jährige in einen Streit zwischen seinem Cousin und einem dritten Hersfelder ein. „Ich wollte nur meinen Cousin verteidigen. Es sah so aus als wollte der andere mit dem Schlagstock auf ihn losgehen“, sagte der 21-Jährige dem Richter. Deshalb riss er ihm den Stock aus der Hand und schlug ihn mit dem Schlagstock auf den Kopf, den ursprünglich der Cousin des Angeklagten mitgebracht hatte. Das Opfer erlitt durch den Angriff schwere Verletzungen.

Von Judith Strecker

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