Ernüchternde Zwischenbilanz für die Mitmach-Ausstellung „wortreich“

Schließung kein Thema

Auf Dauer ein Zuschussgeschäft: Das „wortreich“ in Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Trotz eines Jahresverlustes von rund einer halben Million Euro ist eine Schließung des Science Centers „wortreich“ im Bad Hersfelder Schilde-Park kein Thema. Das stellte Bürgermeister Thomas Fehling in seiner Funktion als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft jetzt vor dem Stadtverordneten-Ausschuss für Kultur und Bildung fest.

„Einigermaßen Erschreckendes“ habe man bei der zum 1. Oktober vollzogenen Trennung von der bisherigen Betreibergesellschaft Petri & Tiemann aus Bremen vorgefunden, berichtete der Bürgermeister.

Viel zu optimistisch

Im selben Atemzug stellte Fehling jedoch fest, dass man seitens der Stadt keineswegs mit der Ausstellung selbst hadere. Auch die in diesem Jahr erreichte Zahl von 63 000 Besuchern sei für sich genommen „ein sensationelles Ergebnis“.

Prognostiziert waren jedoch für das erste Jahr 120 000 Gäste, für die Folgejahre jeweils 100 000. Und auf dieser von Petri & Tiemann im Auftrag der Stadt erstellten Expertise fußte die Kalkulation der Kosten. „Das war viel zu optimistisch,“ sagte Fehling vor dem Ausschuss, weshalb jetzt beim Personal und bei den Sachkosten reduziert werden musste. Fehlings Erkenntnis aus zwei Monaten gemeinsamer Konsolidierungsarbeit mit Mit-Geschäftsführer Christian Mayer: „Ich bin heilfroh, dass wir die Notbremse gezogen haben.“

Ein weiteres Problem ist die Besucherstruktur im „wortreich“. So ist die Ausstellung bei Schülergruppen und jungen Leuten zwar ein großer Erfolg, doch sie bedürfen personalintensiver Betreuung, zahlen nur ermäßigte Preise und strapazieren die Exponate. Erwachsene Vollzahler würden durch die bisherige „Micky-Maus-Werbung“ (Fehling) jedoch nicht angesprochen.

Zudem habe sich herausgestellt, so der Bürgermeister weiter, dass die Sonderausstellung „LiebesLeben“ zwar bestens angekommen sei, allerdings keine zusätzlichen Besucher angezogen habe.

Zwei Gründe

Dass eine Schließung des „wortreichs“ dennoch keine Option ist, hat zwei Gründe: Zum einen steht die Stadt inhaltlich zur Ausstellung und sieht in ihr noch unausgeschöpftes Potenzial. Zum anderen wurde das „wortreich“ mit Fördergeld unterstützt, das im Fall der Fälle zurückgezahlt werden müsste.

Den Stadtverordneten machte Fehling abschließend deutlich, dass das Science Center ein dauerhaftes Zuschussgeschäft bleiben werde. „Dass hier einmal Geld übrigbleibt, das können wir derzeit nicht prognostizieren,“ sagte der Bürgermeister.

Von Karl Schönholtz

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