Ringelnatter und Schlingnatter noch flächendeckend verbreitet

Schlangen werden im Kreis immer seltener

HERSFELD-ROTENBURG. Vor allem im Sommerhalbjahr und nach kalten Nächten sieht man sie vermehrt: Schlangen. Drei Arten gibt es im Kreis Hersfeld-Rotenburg – Schlingnattern, Ringelnattern und Kreuzottern. Wobei vor allem die ungiftigen Nattern flächendeckend verbreitet sind und ab und zu auch in Wohngebieten vorkommen. Insgesamt geht das Schlangenvorkommen im Landkreis aber wie in ganz Deutschland zurück.

Die giftige Kreuzotter ist laut der aktuellen Roten Liste der Amphibien und Reptilien für Hessen aus dem Jahr 2010 vom Aussterben bedroht. 1995 galt die Kreuzotter lediglich als stark gefährdet.

Die Schlingnatter wird in Nord- und Osthessen als gefährdet eingestuft. Das Vorkommen der Schlangen geht unter anderem zurück, weil sie durch Bebauung und veränderte Landnutzung ihren Lebensraum verlieren, sagt Frank Dittmar, Mitarbeiter des Sachgebiets Naturschutz im Fachbereich Ländlicher Raum beim Landkreis. Andererseits entstehen auch neue Lebensräume, etwa durch die Renaturierung der Flüsse.

Kreuzotter nur in Heringen

„Die ungiftige Ringelnatter und die Schlingnatter kommen im gesamten Kreis vor und sind flächig verbreitet“, erklärt auch Detlef Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (Agar) in Hessen, der sich seit über 30 Jahren mit den Reptilien in Nordhessen beschäftigt. Die vom Aussterben bedrohte Kreuzotter hat laut Schmidt nur ein kleines Reliktvorkommen bei Heringen. „Es dürfte sich um ein Anschlussvorkommen der thüringischen Bestände handeln“, sagt der Experte.

Zur Verbreitung der Schlingnatter laufe derzeit ein Bundesstichproben-Monitoring, das auch Flächen im Kreis Hersfeld-Rotenburg beinhalte. Der Kenntnisstand über die Ringelnatter sei nicht so gut, da eine gezielte Kartierung fehle. ZUM TAGE, S. 2

Von Nadine Maaz

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