Helgo Hahn und Holk Freytag stellten „Cabaret“ vor

Schlaglichter auf eine Umbruchszeit

Holk Freytag (links) und Helgo Hahn informieren über das Musical „Cabaret“ bei einer Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Einfach nach Hause schicken wollte Helgo Hahn, der Vorsitzende der Gesellshaft der Freunde der Stiftsruine, die zahlreichen Festspiel-Begeisterten nicht, die zu einem Vortrag von Hoern Hinkel über die Inszenierung der Sommernachtsträumereien ins Altenzentrum Hospital gekommen waren. Da Hinkel aber erkrankt war und seinen Vortrag nicht halten konnte, sprangen kurzfristig Helgo Hahn selbst und der frühere Intendant Holk Freytag ein und informierten die Gäste stattdessen darüber, was sie beim Musical „Cabaret“ erwarten wird.

Das Stück, das von Joe Masteroff nach dem Roman „Berlin Stories“ von Christopher Isherwood geschrieben wurde, spiele an der Schnittstelle des 20. Jahrhunderts, kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten, erläuterte Helgo Hahn. Während der bekannte Film mit Liza Minelli als Sally Bowles und Joel Grey als Conferencier vor allem die Liebesgeschichte zwischen Sally und dem Schriftsteller Brian Roberts betone, setze das Theaterstücke andere Akzente. Hier werde stärker das Milieu rund um den drittklassigen Kitkat-Club und die politische Entwicklung der ausgehenden Weimarer Republik geschildert. „Das Stück besteht aus Einzelszenen, die alle ein Spotlight auf die Zeit werfen“, erklärte Holk Freytag.

Und er versprach den Besuchern des Vortrags ein eindrucksvolles Ensemble mit unter anderem Helen Schneider, Judy Winter, Bettina Mönch, Rasmus Borkowski und Helmut Baumann, das die prägenden Figuren aus dem Film in den Hintergrund drängen werde. Regie wird Gil Mehmert führen, einer der besten und erfolgreichsten Musical-Regisseure in Deutschland.

Er freue sich, dass Dieter Wedel die Verabredung, in Bad Hersfeld eine Reihe von Top-Musicals auf die Bühne der Stiftsruine zu bringen, übernommen habe, hatte Freytag eingangs betont. Er wird in einem zweiten Vortrag am 15. April Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ vorstellen.

Von Christine Zacharias

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