Bürgermeister-Kandidaten-Forum: Kommunale Reizthemen bestimmten die Debatte

Schlagabtausch in Heringen

Manfred Knoch

Heringen. Die großen Reizthemen der Heringer Kommunalpolitik – die Auswirkungen des Müllheizkraftwerks, der Streit um finanzielle Beteiligung des Landkreises am neuen Schwimmbad nach Rotenburger Muster, vor allem aber auch das angespannte politische Klima in der Stadt – bestimmten erwartungsgemäß die öffentliche Diskussion der drei Bewerber um das Amt des Heringer Bürgermeisters am Mittwochabend im Bürgerhaus.

Rund 700 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Hersfelder Zeitung zum Kandidatenforum gefolgt. Sie erlebten den amtierenden Rathauschef Hans Ries (WGH) sowie seine Herausforderer, den Kriminalhauptkommissar und SPD-Kreistagsabgeordneten Manfred Knoch aus Rotenburg-Lispenhausen und die Heringer Sparkassen-Betriebswirtin Evelyn Otto, im Gespräch mit den Moderatoren Markus Pfromm und Kai A. Struthoff und im zeitweilig heftigem verbalen Schlagabtausch untereinander. Ein Dutzend Zuhörer nutzte die Gelegenheit, den Kandidaten selbst mit Fragen auf den Zahn zu fühlen.

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Kandidatenforum Bürgemeisterwahl Heringen

Hans Ries unterstrich seine Forderung nach einer Beteiligung des Landkreises an den Investitionskosten für das im Bau befindliche Ganzjahres-Schwimmbad mit den Worten: „Wir fordern einen textgleichen Vertrag wie Rotenburg!“ Manfred Knoch konterte mit den Hinweis, es handele sich im Fall des Rotenburger Hallenbades um einen alten Vertrag von 1967. „Wenn ich neu baue, muss ich neu verhandeln und nicht bitterböse Briefe an den Landkreis schicken.“ Im Übrigen werde das Thema nur im Wahlkampf hochgekocht, weil er aus Rotenburg komme. Evelyn Otto meine, sie könne nichts zu Verträgen mit Rotenburg sagen und kenne nur das Angebot des Kreises, sich mit 130 000 Euro jährlich an den Betriebskosten in Heringen zu beteiligen.

Konfrontiert wurde Bürgermeister Ries mit dem Inhalt eines aktuellen CDU-Flugblatts, in dem ihm Vorteilnahme im Amt vorgworfen wurde, weil er eine private Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Heringer Feuerwehrstützpunkts betreibe. Das Dach sei zuvor auf städtische Kosten repariert worden, den Gewinn aus der Anlage streiche er ein.

Ries sagte dazu, die Nutzung der Dachflächen sei nach Regeln, die auch der Landkreis anwende, ausgeschrieben worden, und er habe den Zuschlag in Abwesenheit erhalten. Lokalseite 7

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Von Peter Lenz

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