JU attackiert Roth – SPD-Politiker widerspricht

Schlagabtausch um angebliche Fehlzeit

Bad Hersfeld. Wenige Tage vor der Bundestagswahl attackiert die Junge Union (JU) den SPD-Bundestagsabgeordenten Michael Roth. Die heimischen Vertreter der CDU-Jugendorganisation werfen ihm vor, er habe an insgesamt 44 namentliche Abstimmungen nicht teilgenommen. „Selbst SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der aufgrund seines Fernbleibens wegen Vortragstätigkeiten heftig in der Kritik stand, bringt es ‘nur’ auf 40 verpasste Abstimmungen“, kritisieren die beiden Vorsitzenden Johannes Kehl und Jan Saal.

„Bewusst geschwänzt?“

Die beiden CDU-Nachwuchspolitiker verlangen Aufklärung darüber, ob Michael Roth „die gesamten Plenartage geschwänzt oder gar bewusst einzelne Abstimmungen ausgelassen hat.“ Um Probleme zielorientiert anzugehen und die Arbeit als Abgeordneter ordentlich zu erfüllen, sei es notwendig, in Berlin Präsenz zu zeigen und an wichtigen Abstimmungen teilzunehmen, heißt es in einer Pressemeldung der Jungen Union.

„Ich habe in der laufenden Legislaturperiode an 191 der insgesamt 234 namentlichen Abstimmungen im Deutschen Bundestag teilgenommen. Für die Abstimmungen, bei denen ich nicht zugegen war, lagen ausnahmslos Entschuldigungen beim Bundestagspräsidenten und bei meiner Fraktion vor“, erklärte der SPD-Politiker auf Anfrage der Hersfelder Zeitung. Als europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion nehme er häufig Aufgaben und Termine im europäischen Ausland wahr.

„Aktiv für die Kirche“

Zudem habe er auch bei einigen Abstimmungen wegen seiner Verpflichtungen als Mitglied im Kirchenparlament der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ebenso entschuldigt gefehlt. Die Qualität der Arbeit eines Bundestagesabgeordneten ließe sich nicht nur an der Teilnahme an namentlichen Abstimmungen messen. Viel entscheidender sei es, durch eigene Impulse und Initiativen die Politik mitzugestalten. „Eine große Zahl von parlamentarischen Initiativen, häufig mit Wahlkreisbezug, 50 schriftliche Anfragen an die Bundesregierung und bislang 29 Reden im Parlament in dieser Wahlperiode sprechen da eine eindeutige Sprache“, erklärt Roth.

Wenn wenige Tage vor einer Wahl die heimische CDU meint, auf diesem Niveau Wahlkampf führen zu müssen, sei das bezeichnend. (red/kai)

Kommentare