Nach dem Wintergetreide weitere Spätfolgen durch Februarfrost

Schlag für Landwirte: Schimmelpilz am Raps

Hersfeld-Rotenburg. Erst musste auf vielen Feldern in der Region das Wintergetreide umgebrochen und neu eingesät werden. Jetzt macht den Landwirten der Raps Sorgen. Der ist als Spätfolge der Kahlfröste im Februar von Grauschimmel befallen, einem Pilz, den man auch von Erdbeeren her kennt und der in Fachkreisen Botrytis heißt.

Der Schimmelpilz, wenn er so massiv wie zurzeit auftritt, hat zur Folge, dass die Haupttriebe der Pflanzen faulen und abknicken. Zwar können sich Nebentriebe bilden, doch die können den Haupttrieb nicht ersetzen, erklärt Pflanzenbauberater Karl-Heinrich Claus vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, zuständig für die Region zwischen Fulda und Hersfeld-Rotenburg.

Gegen den Pilz gibt es kein Mittel, sagt Claus, er kann nur vorbeugend bekämpft werden. Claus appelliert an die Landwirte, kein Geld für Pilzbekämpfung in den Sand zu setzen. „Der Pilz ist nicht zu stoppen, auch nicht bei günstigerem Wetter“, sagt er. Es sei dementsprechend mit eingeschränktem Ertrag zu rechnen.

Während sich bei Erdbeeren mit einer mehrfachen Behandlung mit Fungiziden Erfolge erzielen ließen, wäre das bei Raps weder wirtschaftlich noch machbar, erläutert der Pflanzenbauexperte. Es gebe auch kein zugelassenes Mittel. Claus spricht vom nächsten Nackenschlag für die Landwirte. Die Bestände dünnten sich aus und entwickelten sich zurück.

Auch Kreislandwirt Horst Taube spricht sich gegen den Einsatz von Fungiziden aus. „Ich persönlich würde da nicht auf Verdacht Chemie einsetzen“, sagt er. Das Thema wird unter den Landwirten heiß diskutiert. Wie groß die Schäden sein werden, könne man noch nicht sagen, betont Taube. Das sieht auch Friedhelm Diegel vom Kreisbauernverband so. Nach dem Umbruch großer Flächen habe man beim Raps noch Hoffnung gehabt, erklärt Diegel. Doch gegen den Pilz gebe es kein wirksames Mittel. SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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