Gerichtsverhandlung gegen zwei ehemalige Türsteher einer Unterhauner Discothek

Schläge in der Silvesternacht

Bad Hersfeld. Es ging drunter und drüber in der Silvesternacht vor gut einem Jahr in einer Discothek in Unterhaun. Vier- oder fünfmal habe die Polizei kommen müssen, um handgreifliche Auseinandersetzungen zu schlichten, erinnert sich einer der Türsteher. Dass er dabei auch selbst zugeschlagen hat, wurde gestern in einer Gerichtsverhandlung deutlich, bei der der 35-Jährige sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musste.

Neben ihm auf der Anklagebank saß ein weiterer Türsteher, der wohl ebenfalls kräftig zugelangt hat. Gegen ihn wird am 2. Februar weiter verhandelt, weil er später in der Nacht einen weiteren Discobesucher schwer verletzt haben soll.

Zunächst einmal beteuerten beide Männer, in dieser Nacht ganz bestimmt nicht zugeschlagen zu haben. Er habe lediglich einige Leute vor die Tür gesetzt, erklärte der 35-Jährige. Und sein 23 Jahre alter Kollege, der in jener Nacht nicht im Dienst war, wollte lediglich unterstützend tätig geworden sein. „Es wurden immer mehr Leute, die sich alle kloppen wollten“, schilderten die beiden die chaotischen Zustände.

Gegen ihre Behauptung, selbst nicht geschlagen zu haben, sprachen jedoch die Zeugenaussagen. So berichtete unter anderem die Mutter zweier geschlagener Disco-Besucher, dass sie gesehen habe, wie der 35-Jährige ihrer Tochter eine Ohrfeige gegeben habe. Sie sah auch, wie ihr Sohn geschlagen wurde, konnte aber, ebenso wie der junge Mann selbst, den Schläger im Gewühle nicht klar erkennen.

Vor die Tür geschickt

Eindeutig machte sie jedoch den jüngeren Angeklagten als denjenigen aus, der den Freund ihrer Tochter blutig geschlagen und dann getreten hatte. Weitere Zeugen bestätigten diese Aussagen, so dass sich die beiden Angeklagten schließlich dazu durchrangen, das einzuräumen, was ihnen ohnehin nachgewiesen werden konnte. Richter Elmar Schnelle hatte den 35-Jährigen zuvor mit seinem Anwalt Klaus Reiprich vor die Tür geschickt, damit der Rechtsbeistand ihm noch einmal ins Gewissen reden und ihm die Vorteile eines Geständnisses deutlich machen konnte.

Mit einem erleichterten „Der Herr freut sich über alle reuigen Sünder“ kommentierte der Richter den Sinneswandel, der die Vernehmung weiterer Zeugen überflüssig machte und das Verfahren erheblich abkürzte.

Schnelle folgte mit seinem Urteil Staatsanwalt Berthold Hartung, der für die Körperverletzung eine Geldstrafe von 200 Euro für den inzwischen Arbeitslosen beantragt hatte.

Von Christine Zacharias

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